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Erdbeerspinat und Glückskleerübchen – Seltene Gemüsesorten im Trend

Einzigartige Geschmacksexplosionen voller Vielfalt: So rar alte Gemüsesorten bei uns auch sind – sie liegen voll im Trend und können ab sofort zuhause angebaut werden. Über seltene Arten und Tipps zu Anbau, Pflege und Verwendung.

Durch die Zucht des Menschen wurden Wildpflanzen im Laufe der Zeit zu Kultur-pflanzen. Durch die Vermehrung und
Selektion von Pflanzeneigenschaften entstand irgendwann eine schiere Vielfalt an Pflanzen. So tauchten im Laufe der Zeit in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Gewächse auf. Um 1900 erreichte die Nutzpflanzenvielfalt ihren Höhepunkt. Auch die besonderen Raritäten haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Für die industrielle Landwirtschaft sind sie häufig ungeeignet, da ihre Erträge oftmals nicht hoch und sie für lange Transportwege nicht geeignet sind. Viele Vereine widmen sich heute dem Erhalt und der Verbreitung alter und seltener Gemüsesorten, so wie der Verein Arche Noah.

Raritäten im Porträt

Ähriger Erdbeerspinat: Die jungen, einjährigen Pflanzen eignen sich als Spinatgemüse oder als Salat und sind äußerst dekorativ. Die kleinen Pflanzen tragen leuchtend rote, essbare und neutral schmeckende Früchte. Mit der Aussaat kann im April begonnen werden. Die Spätsaat im August bringt kräftige Pflanzen.

Ampelmelone/Pepino: Die mehrjährigen Früchte (im Freiland einjährig) mit gelbem Fruchtfleisch sind leicht süß und im Geschmack mit einer Melone vergleichbar. Das Gemüse kann roh genossen werden, ist köstlich im Obstsalat oder kann kurz in Butter geschwenkt werden. Die Pflanzen werden bis zu einem Meter hoch, die Früchte acht bis 20 cm lang und sind sehr wärmebedürftig. Die dekorative Ampelmelone kann vor den ersten Frösten getopft und frostfrei überwintert werden.

Aptenia/Eiskraut: Die saftig-knackigen Blätter und Blüten eignen sich hervorragend für Salat oder gegart als Gemüse. Die Pflanzen, welche in den Küstenwüsten Südafrikas beheimatet sind, werden fünf bis zehn Zentimeter hoch und tragen leuchtende, rot-rosa Blüten. Im Freien brauchen sie einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden, können frostfrei, sonnig und kühl überwintert werden – auch optimal im Fensterkisterl.

Zwergbaumtomate/Tamarillo: Roh, gekocht als Gemüse, als Saft oder Kompott – die Baumtomate ist äußerst vielfältig. Die säuerlichen, saftigen Früchte ähneln in Größe und Form kleinen Hühnereiern mit roter Schale und orangem Fruchtfleisch. Die von den Indios seit Jahrhunderten kultivierte Pflanze ist eine ausdauernde und frostempfindliche Kübelpflanze und blüht erst ab dem dritten Jahr.

Litschitomate: Die einjährige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch und ist roh, gekocht oder als Saft hervorragend. Die stacheligen Pflanzen tragen hellviolette Blüten, kirschgroße, leuchtend rote Früchte in stacheligen Kelchen und sind als Kübelpflanze geeignet. Die Tomate braucht einen humosen Boden und einen sonnigen Platz. Für optimalen Fruchtansatz sind mindestens zwei Pflanzen und steter Insektenflug nötig. Ernte ab Ende Juli möglich.

Glückskleerübchen: Die kleinen, hübschen Rübchen sind für Beete oder Töpfe geeignet, benötigen einen sonnigen Standort und sollten sparsam gegossen werden. Blüten, Blätter wie die unterirdischen Knöllchen sind essbar. Ein Tipp: Dünsten Sie die Knöllchen in Butter! Die Pflanzen mit grünen, vierblättrigen Kleeblättern werden bis zu 25 cm hoch und tragen von Juni bis August zartrosa Blüten. Die Knollen sollten frostfrei überwintert werden, getrocknet oder in Sand eingeschlagen.

Löffelkraut: Die scharfen, kresseartigen Blätter sind sehr Vitamin-C-reich, werden rund 30 cm hoch und eignen sich hervorragend als würzige Beigabe zu Frühlingssalaten. Das Kraut ist zweijährig und wächst besonders gut in feuchten Böden.

Süßkartoffel/Batate: Die aus Südamerika stammende Kartoffel hat orangefarbenes Fleisch, ist leicht süßlich im Geschmack und vielseitig verwendbar. Kleiner Tipp: Anstechen und wie einen Ofenkartoffel zubereiten. Sie eignet sich auch als Kübelpflanze und braucht einen sonnigen Standort. Die Knollen werden im Herbst geerntet, einige können für das nächste Jahr im Topf überwintert werden.

Tipps zum Anbau von Kürbis, Chilis und Co.

Hier ein paar Tipps, wie Ihnen die Zucht der köstlichen Gemüsesorten im Garten und am Balkon bestimmt gelingt!

Kürbisse und Zucchini sollten erst frühestens Mitte Mai an einem warmen, geschützten Standort gepflanzt werden. Das Pflanzenloch sollte mit reichlich Kompost oder Mist versorgt werden. Düngen Sie Kürbisse während der Hauptwachstumszeit, z. B. mit Brennnessel-Beinwell-Jauche. Zur Bestäubung von Kürbisgewächsen empfiehlt es sich, mindestens zwei Pflanzen zu setzen, damit viele Früchte angesetzt werden. Planen Sie für das Gemüse mindestens einen Quadratmeter Platz ein.

Paprika und Chilis erst nach den Eisheiligen anbauen! Paprika braucht einen sonnigen Standort und hat einen hohen Wärmebedarf, Mindesttemperatur sind 15 Grad. Vermischen Sie die Erde mit etwas Kompost oder organischem Dünger, darunter stockt das Wachstum. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 30 bis 50 cm betragen, Stützhilfen sind ratsam. Im Herbst können die Töpfe auf eine helle Fensterbank ins Haus gestellt werden.

Tomaten können erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden, benötigen einen sonnigen Standort und einen großen Pflanzenkübel von mindestens 15 bis 20 Litern pro Pflanze. Die Erde mit gutem Kompost oder organischem Dünger vermischen und für eine gute Belüftung der Pflanzen sorgen, um sie möglichst vor Fäule zu schützen. Kranke Blätter sollten entfernt werden. Regelmäßig, aber nicht zu viel und von unten gießen und in regenreichen Regionen einen Regenschutz über die Pflanze bauen.

Exkurs: Vom Blumentopf in den Mixer – extravagante Zutaten für Smoothies!

Smoothies bringen Abwechslung in den Speiseplan und verführen zum häufigeren Obst- und Gemüseverzehr. Besonders im Trend sind nach wie vor Grüne Smoothies, die etwa zur Hälfte aus Gemüse und zur Hälfte aus Obst bestehen. Basis ist ein neutrales Blattgemüse wie Salat und kann frisch aus dem Garten oder aus Minihochbeeten und Trögen am Balkon geerntet werden. Löwenzahn, Schafgarbe, Spitzwegerich und Brennnessel eignen sich perfekt für Grüne Smoothies. Folgende Sorten verleihen dem Trink das gewisse Etwas:

Neuseeländerspinat: neutral im Geschmack, saftige Blätter, intensive grüne Farbe, hoher Anteil an Mineralien und Vitamin B, C und E, laufend zu ernten, wächst auch bei Hitze im Sommer, liebt einen Fünf-Liter-Topf oder auch das Balkonkisterl;

Guter Heinrich: geschmackvolles, leicht herb schmeckendes Spinatgemüse, hoher Vitamin-C-Gehalt, liebt schattige Plätze und benötigt regelmäßige Wasserversorgung, Anbau in einem Fünf-Liter-Topf ratsam;

Wasabi-Rauke: Kren-scharfer Rucola-Geschmack, Triebe, Blatt und Blüte erntbar, Anbau in einem Zwei-Liter-Topf oder im Balkonkisterl möglich, wächst rasch, kann schnell geerntet werden;

Basilikum Albahaca: aromatisch zart pfeffrig, perfekt an heißen Sommertagen, da es den Körper nachweislich kühlt, Ein-Liter-Topf für maximal drei Pflanzen, ganzjährig auch im Haus anbaubar;

Mizuna: sehr rasch wachsendes, chinesisches Salatkraut mit hohem Ertrag, ganzes Jahr erntbar, sehr mildes Senfaroma, im Balkonkisterl ab April ansetzbar;

Gut zu wissen!

Viele der oben genannten Raritäten können Sie als Pflanze oder Saatgut noch bis 30. April beim Verein Arche Noah bestellen. Die Pflanzen werden zwischen 18. April und 27. Mai per Post versendet, Saatgut ist das ganze Jahr über im Onlineshop erhältlich.

www.arche-noah.at/einkaufen/pflanzenversand-per-post;

Online-Shop: www.jungpflanzen.arche-noah.at

Pflanzenmarkt im Frühling! Hier können Sie sich über seltene Sorten einen Eindruck verschaffen und die Pflanzen gleich mitnehmen: Am 23. und 24. April findet der Arche Noah Pflanzenmarkt im Botanischen Garten statt.

www.uni-salzburg.at/index.php?id=40251

Eva Pittertschatscha

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