Endlich wieder Montag!

Redaktionskolumne

Sommerzeit ist Urlaubszeit – bei uns nur bedingt. Gerade ist unser neues Baby „Die Münchnerin“ zum ersten Mal erschienen und die nächsten Ausgaben des Magazinrings stehen schon wieder ins Haus. Jeder Erscheinungstermin ist mit viel Arbeit, Schweiß und Nervenkitzel, aber auch mit Freude und Stolz verbunden. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist Kraft tanken zwischendurch ein absolutes Muss.

„Raus am dem Hamsterrad, raus ins Wochenende! Endlich Freitag und ab dafür!“, unter diesem Motto steht für viele der letzte Arbeitstag der Woche. Doch auch entspannen will gelernt sein. Wer von 200 auf 0 reduziert und plant, am Wochenende die Seele ausgiebig baumeln zu lassen, wird oft mit einem gegenteiligen Effekt bestraft: Kopfweh, Schnupfen, Halsweh, Magen-Darm-Probleme. Wissenschaftlich hat dieses Phänomen den Namen „Gummiband-Effekt“. Der Name ist Programm: Ein Gummiband, so wie man es etwa aus der Physiotherapie oder dem Fitnessstudio kennt, zieht sich immer wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Wenn es überdehnt wird, dann besteht die Gefahr, dass das Band reißt. „Die meisten Menschen erleben nach einer anstrengenden und stressigen Woche genau dasselbe wie ein Gummiband: Sie fahren rapide herunter und hoffen auf eine Blitzerholung. Oder aber sie überdehnen ihre körperliche Schaffenskraft, obwohl Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsausfälle oder Kopfschmerzen sie längst vor einem baldigen Bandriss warnen.“, schreiben Jochen Mai und Daniel Rettig in ihrem Buch „Ich denke, also spinn ich“.

Beides führt zur Krankheit: Das Immunsystem ist eben kein Gummiband und mag dieses schnelle Zurückfahren gar nicht. In stressigen Perioden schüttet unser Hormonsystem Cortisol aus, das die Abwehrkräfte stärkt und uns durchhalten lässt. Allerdings laugt uns der Hormoncocktail mit der Zeit aus und schwächt das Immunsystem – beim ersten Anzeichen einer möglichen Entspannung kollabiert unsere Abwehr, wir werden pünktlich am ersten freien Tag krank.

Damit wir auch die Erholungszeit nach einer intensiven Arbeitswoche nutzen können, sollten wir schon vorab kurze Pausen einlegen „- und bitte nicht erst dann, wenn sie draußen rosa Elefanten durch die Luft fliegen sehen und Ihnen drinnen die brennende Giraffe einen Kaffee anbietet.“, scherzen Mai und Rettig.

Außerdem gibt es ja auch noch die sogenannte aktive Entspannung: Schwimmen, Laufen, Radeln, Wandern – raus in die Natur. Bei diesem herrlichen Sommerwetter ist das der pure Genuss. Erholt und tiefenentspannt freuen auch wir uns, dass die Woche wieder startet und wir im Dienste unserer Leser aktiv sein dürfen – ganz ohne Gummiband-Effekt.

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