Menge

Electric Love Festival

Das Electric Love Festival am Salzburgring begeisterte wieder mehr als 180.000 junge Menschen aus über 45 Nationen.  DIE SALZBURGERIN hat sich hautnah einen Eindruck vom Festival verschafft.
Ein Artikel von Marion Flach
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Glitzer und Kuscheltiere – „Ich finde das wunderschön. Für viele Leute ist das ein ganz normales Festival mit lauter Musik. Aber es ist mehr. Es ist diese positive Energie.“

Schon beim Spaziergang über das Festival-Gelände wird klar, dass hier etwas Großes im Gange ist – irgendwie auch etwas Verrücktes. Junge Leute tummeln sich vor der Bühne, sitzen in der Wiese oder haben auf den zahlreichen Fahrgeschäften ihren Spaß. Plötzlich taucht ein Einhorn auf. Naja, ein verkleidetes eben. Jungs in Affen- und Bananenkostümen laufen herum. Dazwischen Mädels in knapper Strandkleidung. Hier geht es ab: entspannt, fröhlich, friedlich – aber sicher nicht leise.

Fette Beats und Bühnenshows

Nicht nur die feiernde Menge ist beeindruckend. Auch die Mainstage hat es in sich: Unzählige Boxen türmen sich in die Höhe. Mittendrin ein DJ-Pult, das von Wasserfontänen und Effektmaschinen gerahmt wird. Auch Armin van Buuren – immerhin einer der weltbesten DJs überhaupt – findet es verrückt, was hier passiert: „Ich habe nicht gewusst, dass es in Österreich eine Szene gibt. Ich habe auch nicht gewusst, dass hier so viele junge Leute sind, denen diese Musik gefällt“, erzählt der charismatische Niederländer.

Vorurteile über Bord!

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Laut, aggressiv, wenig melodiös – so würden viele elektronische Musik beschreiben. Das stimmt wahrscheinlich auch. Allerdings gibt es im Bereich der elektronischen Musik unterschiedlichste Stile, die jeweils ihre Eigenheiten haben. Außerdem erklärt uns Armin, der Liebhaber klassischer Musik ist, dass die Ähnlichkeiten zwischen klassischer Musik und Dance Music weitaus größer sind, als viele glauben: „Ravel beispielsweise hat den Bolero verwendet, was grundsätzlich eine sich wiederholende Sequenz ist. Er hat bereits die Kraft erkannt, die das Wiederholen derselben Sequenz hat. Viele Komponisten haben das gleiche gemacht. Sie verwenden eine Melodie und wiederholen sie immer wieder. Und das ist im Wesentlichen die Idee, auf der Dance Music aufbaut: Wiederholung.“

Gesellschaftskritisch

Armin van Buuren ist nicht nur ein Freund der klassischen Musik. Er ist auch Jurist. Der Familienvater ist zwar mit Leib und Seele Musiker, wie er sich selbst nicht bezeichnet. Das Jus-Studium, das er nach der Schule absolviert hat, machte ihm aber großen Spaß. Das Feuer für Recht und Ordnung scheint noch nicht erloschen zu sein: „Ich werde sehr emotional, wenn es um Urheberrecht geht. Google, Facebook und Co machen viel Geld auf meine Kosten und auf Kosten vieler Künstler. Verschiedene Websites und Unternehmen verdienen einen Haufen Geld mit der Musik und dem Inhalt, den wir kreieren.“

„Don’t be a prisoner of your style”

Sei kein Gefangener deines eigenen Stils – das ist das Lieblingszitat von Armin van Buuren. „Das betrifft wirklich alles. Man kann so viel von anderen Leuten, Religionen, Büchern, politischen Einstellungen etc. lernen.“ Vielleicht erklärt das auch, dass er Mozart liebt – und definitiv einem Justin Bieber vorzieht –, Wein trinkt, lieber ein persönliches Gespräch führt, als sich über Texte und Computer zu unterhalten, gerne Schnitzel isst und modebewusst ist. Auch wenn er froh ist, eine Stylistin zu haben. Sonst würde er – wie Armin selbst sagt – wohl immer dasselbe T-Shirt tragen.

Farbenfroh

So vielseitig und bunt, wie sich Armin van Buuren gezeigt hat, war auch das Electric Love Festival selbst. Beim Weg über das Gelände haben wir unzählige fröhliche, gut gelaunte Gesichter gesehen. Ja, es war laut – aber es war wirklich das Feiern des Lebens.

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Armin van Buuren wurde am 25. Dezember 1976 in Leiden (Niederlande) geboren. Er wuchs in einer Familie auf, die sehr musikalisch ist. Eher durch Zufall entdeckte Armin seine Liebe zur elektronischen Musik: 1986 gewann seine Mutter einen Computer, mit dem er dann auch das Experimentieren begann. Mit 14 kaufte er sich schließlich seinen ersten Sampler und produzierte mit Hilfe des Synthesizers seines Vaters erste ernstzunehmende Songs. Heute zählt Armin van Buuren zu den besten DJs der Welt. Er trat bereits in mehr als 25 Ländern auf und hält mit 12,5 Stunden den nationalen niederländischen Rekord für das längste Liveset.

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