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Ein Leben für den Fußball

Ein Tag, ein Abend ganz ohne Fußball? Undenkbar für Óscar García! DIE SALZBURGERIN traf den spanischen Erfolgstrainer des FC Red Bull Salzburg im Bulls’ Corner, wo er offen über seine Leidenschaft, das Leben in Salzburg und seine Träume plauderte.
Ein Artikel von Hans Adrowitzer

Seine Leidenschaft ist Fußball. Und diese lebt er so intensiv, dass er selbst im Urlaub Spiele im TV, auf Video oder YouTube ansieht. Und Frau García akzeptiert das auch. Selbst seine Mahlzeiten nimmt García regelmäßig im Bulls’ Corner ein. Aber hat der 44-Jährige außer der Red Bull Arena schon seine Lieblingsplätze in der Stadt Salzburg oder irgendwo auf dem Lande gefunden?
Bevor der smarte Katalane antwortet, fragt er mit einem spitzbübischen Lächeln: „Darf ich ehrlich sein?“ Ja natürlich! „Die meiste Zeit verbringe ich im Trainingszentrum in Taxham. Und abends bin ich müde, da fahre ich heim in meine Wohnung. Manches Mal spaziere ich schon durch die wunderbare Innenstadt. Dann setze ich mich auf eine Terrasse und gönne mir auch mal ein gutes Glas Rotwein, das ist eine kleine Schwäche von mir.“

Zuhause in der Mozartstadt
Garcías Vertrag bei FC Red Bull Salzburg läuft noch bis Juni 2018, doch der Ex-Barcelona-Profi kann es sich durchaus vorstellen, auch für einen längeren Zeitraum in der Mozartstadt zu leben: „Salzburg ist eine sehr schöne, ruhige Stadt. Man hat mir vorher viel vom schlechten Wetter erzählt, aber das ist kein Problem für mich. Ich bin jetzt eineinhalb Jahre hier und fühle mich sehr wohl. Ja, ich würde gerne länger bleiben, aber dazu tragen auch die Ergebnisse mit der Mannschaft bei.“

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Ob seine Liebe zu Salzburg wohl auch mit den kulinarischen Schmankerln zu tun hat? „Ich liebe Gerichte in Kombination mit Reis, wie Paella. Oder Reis auf kubanische Art, zubereitet mit Tomatensauce und zwei gebratenen Spiegeleiern.“ In Salzburg genießt Óscar García mit Vorliebe Wiener Schnitzel. Er gibt ehrlich zu, kein Hobbykoch zu sein, ganz im Gegenteil. Und hin und wieder verzehrt er mit Genuss einen Leberkäse. Obwohl er bei sich selbst und auch speziell bei seinen Spielern streng auf die Ernährung achtet: „Ja, die Ernährung ist sehr wichtig im Profisport, um besser zu sein als der Gegner. Ich habe das Gefühl, dass sich diese Einstellung enorm entwickelt hat beim FC Red Bull Salzburg. Das ist auch von großer Bedeutung, vor allem in einer Saison mit vielen englischen Wochen, zwei Spiele in kurzer Zeit sind sehr belastend für den Körper. Die Regeneration spielt daher eine große Rolle.“
Wie er sich selbst als Trainer sieht, mehr als Vaterfigur oder mehr als Kumpel, hängt für García unter anderem vom Alter der Spieler ab: „Sie haben einen unterschiedlichen Charakter, eine eigene Persönlichkeit. Man muss das individuell handhaben, für die Jüngeren kann man auch wie ein Lehrer sein, Routiniers darf man auch mal kumpelhaft begegnen.“
Garcías drei Töchter hingegen interessieren sich allerdings wenig für Fußball: „Nein, Fußball ist nicht ihre große Leidenschaft. Vielleicht auch deshalb, weil sie sehen, dass der Fußball die Zeit ihres Vaters sehr in Anspruch nimmt und das Familienleben nicht gerade einfach macht.“

Óscar García vor dem Bullen

Óscar García, geboren am 26. April 1973 in Sabadell/Spanien, ist im Jänner dem glücklosen Peter Zeidler als Trainer von Red Bull Salzburg gefolgt. Zuvor war der ehemalige offensive Mittelfeldspieler (u.a. FC Barcelona, Valencia, Espanyol Barcelona, Lleida) für Maccabi Tel Aviv in Israel und Brighton & Hove Albion in England als Cheftrainer tätig. Óscar García ist verheiratet und Vater von drei Töchtern.

In Österreichs Stadien sieht man immer mehr Frauen auf den Zuschauertribünen. Warum?
Weil die Trainer so gut aussehen! Nein, nur ein Spaß. Tatsache ist, dass der Fußball auch in Österreich zum familiären und gesellschaftlichen Ereignis geworden ist.

Wer ist Ihrer Meinung nach der beste Fußballer aller Zeiten?
Lionel Messi. Ich sage das, auch wenn ich nicht alle Größen des Fußballs spielen gesehen habe. Messi sage ich, weil mich seine Fähigkeit fasziniert, Spiele im Alleingang entscheiden zu können. Das macht den Unterschied aus.

Sein zweites Wohnzimmer

Und welche Persönlichkeit aus dem Sport würden Sie gerne mal persönlich treffen?
Die US-Basketball-Legende Michael Jordan. Weil er ein Typ ist wie Messi. Einer, der allein etwas bewegen konnte. Aber es muss nicht eine bekannte Person sein, mit der ich mich gerne unterhalte. Ich treffe gerne Menschen, die mir etwas geben, von denen ich lernen kann, die mir was zeigen.

Haben Sie Ihren berühmten Landsmann Placido Domingo schon einmal getroffen?
Nein, noch nicht. Er ist ein großer Fan von Real Madrid, hat die Hymne des Klubs gesungen. Ich weiß, dass Placido Domingo heuer bei den Salzburger Festspielen auftritt. Es wäre eine Freude für mich, ihn zu treffen, wenn es der Spielplan zulässt.

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