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Ein Dorf spielt Jedermann

Helmut Millinger, Redaktion Flachgau
„Jedermann“-Darsteller Florian Klaushofer mit „Buhlschaft“ Anita Ebner.

„Jedermann“-Darsteller Florian Klaushofer mit „Buhlschaft“ Anita Ebner.

Laute „Jedermann“-Rufe schallen während der Festspielzeit nicht nur über den Salzburger Domplatz. Auch in der Flachgauer Gemeinde Faistenau sind sie wieder zu hören. Dort bringt der Heimatverein „Zur alten Linde“ bereits seit 1955 eine Dialektfassung des Klassikers von Hugo von Hofmannsthal auf die Bühne. „Das Stück ist speziell auf Faistenau zugeschnitten und wurde seit der Uraufführung nicht geändert“, erzählt Obmann Albert Radauer.

Das Besondere am „Faistenauer Jedermann“ ist der Aufführungsort. „Unser Dorfplatz mit der Kirche, der Friedhofsmauer und dem Wahrzeichen des Ortes, der 1000-jährigen Linde, ist die perfekte Kulisse“, meint Radauer. Eine Übersiedlung in die Turnhalle der Neuen Mittelschule sei deshalb auch bei Schlechtwetter kein Thema. „Dort würde dieses einzigartige Ambiente fehlen.“

Mehr als 100 Mitwirkende

Der „Faistenauer Jedermann“ wird im Gegensatz zum Festspiel-Jedermann nur alle drei Jahre gespielt. Die ersten Proben fanden im Jänner statt, ab Ende Mai standen dann zwei Mal pro Woche Ensembleproben auf dem Programm. Zum Gelingen der Freiluftaufführungen tragen über 100 Ortsbewohner bei. „Für uns sind Ordner, Parkplatzeinweiser oder Schminkerinnen, die man nicht auf der Bühne sieht, genauso wichtig wie die Laiendarsteller“, betont Albert Radauer.

Die Zuschauer kommen nicht nur aus der Fuschlseeregion. Auch Urlauber aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lassen sich das Theaterereignis nicht entgehen. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 4.500 Besuchern.

Der „Jedermann“ wird noch bis 13. August jeden Freitag und Samstag auf dem Faistenauer Dorfplatz gezeigt. Die Aufführungen finden nur bei trockener Witterung statt und beginnen um 21 Uhr.

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