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Digitalisierung menschlich gestalten

Eine Kolumne der FH Salzburg
Dr. Hilmar Linder, Studiengangsleiter Human-Computer Interaction, FH Salzburg
Unser Alltag wird zunehmend von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt. Computer, Laptops, Tablets und Smartphones sind ständige Begleiter – in der Freizeit wie im Job.
Foto: FH Salzburg/Marc Haader

Foto: FH Salzburg/Marc Haader

Laut einer Studie des deutschen Digitalverbands Bitkom arbeitet heute rund jeder zweite Mitarbeiter (48 Prozent) quer durch alle Branchen an einem Computerarbeitsplatz. Tendenz steigend.
Neben vielen Vorteilen macht neue Technik unseren Alltag aber nicht immer nur leichter. Durch die technische Entwicklung ergeben sich laufend neue Anforderungen für User. Abläufe werden komplexer, Belastung und Beanspruchung durch den Umgang mit digitalen Technologien steigen.

Digitalisierung mit Sinn
Ein Rezept gegen zu viel „digitalen Stress“ am Arbeitsplatz lautet Usability, was sich wohl am besten mit „Gebrauchstauglichkeit“ übersetzen lässt. Eine gute Usability liegt dann vor, wenn Sie mit digitalen Werkzeugen bzw. mit deren Benutzeroberfläche genau die Aufgaben erledigen können, wofür sie gedacht sind. Und das mit möglichst geringem Aufwand und vor allem möglichst intuitiv. Eine digitale Benutzeroberfläche ist wie ein Witz. Wenn man ihn erst breit erklären muss, ist er nicht so gut.
Digitalisierung in Unternehmen gelingt, wenn der Einstieg in neue digitale Produkte niederschwellig erfolgt und Software frustfrei bedienbar ist. Besonders dann, wenn auch weniger Computer-erfahrene Mitarbeiter den Wandel mittragen sollen. Ein Unternehmen, das auf die Usability seiner digitalen Werkzeuge achtet, wird durch eine höhere Produktivität und weniger Fehler bei der Arbeit belohnt. Sei es bei der Bedienung von Office-Software, der digitalen Steuerung von Produktionsabläufen oder bei der Dokumentation von Geschäftsprozessen.

Human-Computer Interaction
Der steigenden wirtschaftlichen Bedeutung von Usability und allgemein einer gelungenen Mensch-Maschine Interaktion trägt die FH Salzburg mit Österreichs erstem Studiengang für Human-Computer Interaction Rechnung. Das in Kooperation mit der Universität Salzburg angebotene zweijährige Masterstudium vereint Wissen aus mehreren Bereichen, wie z.B. Informatik, Design und Psychologie. Inhaltlich beschäftigt sich das Studium mit der Erforschung, Verbesserung oder Neugestaltung von interaktiven Systemen und Nutzungserlebnissen.
Zu den Lehrinhalten zählen daher Themen wie Human Factors, Interaction Design, Interaction Technologies und User Experience (UX). Anwendungsfelder finden sich neben der klassischen Computer- und Smartphone-Nutzung auch in Bereichen wie eHealth, Smart Environments, Automotive oder der Mensch-Roboter-Kooperation. Das Studium beinhaltet umfangreiche Praxis- und Forschungsprojekte.
Die Berufsaussichten lassen sich anhand der zahlreichen Stellenausschreibungen in diesem Bereich in unterschiedlichsten Branchen als sehr gut bezeichnen. Der Bedarf an Spezialisten, die Digitalisierungsprozesse begleiten oder neue Computertechnologie einführen, ist national als auch international stark gestiegen.

Hier interessante Links zum Thema:

fh-human-computer

hci-salzburg.at
Webseite des neuen Salzburger Masterstudiengangs Human-Computer Interaction

usabilityfail

usabilityfail.org
User berichten von ihren Erlebnissen mit Produkten mit mangelnder Usability

ux-design-awards

ux-design-awards.com
Internationaler Wettbewerb für Produkte mit besonders nutzerorientiertem Design

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