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Dieser Herbst wird veggie!

Körper und Geist mit Früchten aus Garten und Wald rüsten

Wenn angesichts des mäßigen Sommers kaum Energiereserven vorhanden sind, jetzt auch noch die Tage immer kürzer werden und es immer schneller abkühlt, dann hilft nur eines: Alle demotivierenden Reize in der Übergangszeit ausschalten und sich voll und ganz auf Kulinarisches konzentrieren, denn so trüb könnte der Herbst gar nicht sein, wofür dessen Reize nicht entschädigten.

Quer durch den Gemüsegarten

Lieber also positiv denken und immer nach einem goldenen Herbst trachten. Glänzend wie die Stimmung, die man der Jahreszeit nachsagt, ist immerhin der Zustand des Obst- und Gemüsegartens. Es ist nicht die Frage, was Beete, Bäume und Sträucher nach dem Sommer noch übrig haben. Im Gegenteil, gerade jetzt erfreut sich der Gärtner über ein munteres Wachsen und Gedeihen. Ob unter der Erde, am Boden oder auch „höher gelegen“, freudig ist das Wiedersehen mit Kartoffel, Zucchini, Kürbis und Co. Natürlich sind es die Klassiker unter den Herbstfrüchten, die man alle Jahre wieder besonders willkommen heißt. Nicht zu vergessen aber auch die eine oder andere Vitaminbombe, die sich zu den Klassikern gesellt. Die Rote Bete zum Beispiel. Es ist übrigens ratsam, bei der Zubereitung von Kartoffelrezepten – von Suppe und Salat bis Gröstl und Gratin – auf die Sorte zu achten!

Fruchtige Fitmacher

In der „Obstabteilung“ treffen wir wiederum einige gute Bekannte. Marillen, Zwetschgen und Pflaumen etwa. Sowie selbstverständlich den sortenreichen, farblich und geschmacklich vielfältigen Apfel – er bleibt die Nummer eins unter den Fitmachern. Dabei gilt es, bloß keine Zurückhaltung zu üben. Denn, auch den Verzehr des Apfels kann man durchaus zelebrieren: Man nage zuerst rundherum, sorgfältig bis ans Gehäuse. Dann noch der Zweifingergriff an den Stengel, und bis auf diesen den gesamten Rest der Frucht mit Kerngehäuse noch mit Genuss hinein in den Mund! Ja, es ist wirklich so, Obstexperten empfehlen, auch den Apfelbutzen samt Kernen mitzuessen! Und dass es schon fast eine Unsitte ist, einen Apfel zu schälen, muss hier wohl nicht extra betont werden …

Ehrwürdige Beeren

Vor dem Holunder soll man den Hut ziehen! Es ist eine alte Weisheit betreffend „heiliger Baum“, als solcher der Holler seit jeher gilt. Mit Respekt wird er geachtet. Seine Beeren gehören ebenso zu den glänzenden Farben des Herbstes. Man muss aber wissen, dass seine unreifen Früchte giftig sind. Auch im gereiften Zustand sollte der Verzehr der Beeren im Rohzustand vermieden sein. In gegartem Zustand sind sie dann aber gesund und sehr wohlschmeckend. Die kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten der im Herbst gepflückten Beeren sind vielfältig: Es empfiehlt sich die Verarbeitung zu Marmelade, Saft, Mus und Sirup. Die süße Variante, beispielsweise als Dessert zu Eis oder Schmarren serviert, ist der Hollerkoch. Wer edles Gourmetgastronomie-Flair zuhause möchte, möge ein Glas Sekt mit Hollersirup veredeln. Vorausgesetzt die richtige Nutzung, dann ist man also mit Holunder als erste Waffe bei sich anzeichnenden Erkältungen und grippalen Infekten bestens gerüstet.

Selbst ernten oder direkt kaufen

Andere Beeren, vor allem jene aus dem Wald und von den Almwiesen, sollte man im Herbst besser schon in der Vorratskammer haben. Heidelbeeren und Preiselbeeren gehören unbedingt dazu. Wertschätzung auch für die Vogelbeeren, die „zumindest“ als Edelbrand jeder sehr schätzt! Vorgesorgt sollte man zu dieser Jahreszeit auch in Pilz- und Pfifferling-Fragen haben. Die Schwammerlzeit ist begrenzt. Jedoch keine Sorge. Wer die Zeit übersehen oder aus Zeit-, Platz- und Motivationsgründen nicht zu der Sorte „Jäger und Sammler“ gehören will, dem wird – dem gut sortierten Lebensmittelhandel sei Dank – geholfen. Empfohlen ist aber der direkte Weg zum Produzenten: ab Hof, am Bauernmarkt oder eben im mit „Regionalregalen“ bestückten Supermarkt. Ein Tipp: Wer größere Mengen mitnehmen kann, der spart. Der Einkauf ist auf den Kilogrammpreis gerechnet immer wesentlich günstiger.

Ernten und Lagern

Anders herum könnte die plötzlich reiche Ernte für den Gartenbesitzer im Hinblick auf die beschränkte Haltbarkeit gar zum Problem werden. Die Mengen sind vielleicht mangels mitessender Personen nicht bewältigbar, die Lagerkapazitäten sind beschränkt. Hier gilt die Devise: Ein Produkt nach dem anderen, bloß nicht bei der Ernte anfangen zu mischen! Wer nicht alles „auf einmal“ verwerten kann, der hat mehrere

Möglichkeiten zum Haltbarmachen und späteren Gebrauch – und das ohne Qualitätsverlust. So ist das Trocknen der Herbstfrüchte im Dörrapparat eine Möglichkeit, Steinpilze oder Eierschwammerl können auch gut zu einem Pulver gemixt werden, es ist ein perfektes Gewürz. Zwetschgen, Marillen und Äpfel sind die „Knabber-Alternative“ oder bereichern das Joghurt. Wie schon erwähnt, sind Säfte, Marmeladen sowie das Einlegen weitere Varianten. Die Kartoffel sei in punkto Lagerung, am besten im Keller, noch im Speziellen erwähnt. Wem die gelagerten Knollen nicht plötzlich wild entgegenwuchern sollen, der achte auf eine Temperatur von vier bis sechs Grad sowie auf eine gute Belüftung. Die „Dita“ gilt übrigens als die Hauptsorte in Österreich, sie ist „ruhig“ und treibt nicht leicht aus. Kartoffeln keinesfalls gemeinsam mit Äpfel oder Birnen lagern!

Fachkundige Ratgeber

Gesund sind sie also alle diese kulinarischen Schätze des Herbstes. Weiterer Vorteil ist ihre einfache und vielseitige Kombinierbarkeit. Obligatorisch als (Creme-)Suppe, paniert als Gemüseschnitzel oder als Intermezzo mit Pasta und Risotto – die Herbstfrüchte treffen garantiert jeden Geschmacksnerv. Nebst den Klassikern lohnt sich aber natürlich auch der Blick über den Tellerrand hinaus. Wem diesbezüglich die nötige Kreativität fehlt, der solle sich nicht scheuen, das gute alte Kochbuch in die Hand zu nehmen. Schnelle Hilfe zur Selbsthilfe am Küchenherd gewährt heute natürlich auch das Internet. Die Websites sind bereits sehr professionell, fachlich, übersichtlich und aktuell aufbereitet!

Andrea Kocher

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