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Die Speed-Queen erstrahlt in neuem Glanz

Lindsey Vonn kommt nicht. Sie erscheint! Die alpine Skiwelt hat ihren größten Star im Damenrennsport wieder. Und der Medienrummel war gewaltig, als die US-Amerikanerin nach ihrer Verletzungspause erstmals wieder Schwünge in den Gletscherschnee gezogen hat – in der ersten Oktoberwoche auf dem Rettenbachferner. Etwas gedämpft zwar, aber ihre Konkurrentinnen, von Anna Fenninger bis Lara Gut, spüren es schon: „Wir müssen uns warm anziehen.“ Denn Lindsey kommt zurück, um wieder die Nummer eins zu sein!

Ich bin neun Monate nicht auf Skiern gestanden. Eine sehr lange Zeit. Aber jetzt fühlt es sich toll an, wieder hier zu sein. Ohne Skifahren fühle ich mich irgendwie nicht vollkommen“, sagt Lindsey Vonn, die in Sölden von vielen jungen Fans umlagert war. „Ja, es ist schön, die Kinder zu sehen, wenn sie Selfies mit mir machen wollen. Und noch schöner finde ich es, dass sich alle an mich erinnern.“ Na klar, Lindsey, so eine Persönlichkeit vergisst man doch nicht.

Die lange Leidenszeit hat am 5. Februar 2013 bei der Ski-WM in Schladming begonnen: Im Super-G kam sie schwer zu Sturz und erlitt dabei eine komplizierte Verletzung im rechten Knie mit Kreuz- und Innenbandriss sowie einem Bruch des Schienbeinkopfs. Schon im November zuvor musste sie wegen einer Darminfektion pausieren, danach nahm sie sich eine Auszeit vom Weltcup. Da zeitgleich ein Interview von ihr in einem Magazin („People“) erschien, in dem sie über ihre jahrelangen Depressionen sprach, war diese Auszeit Anlass für viele Spekulationen.

Vor genau einem Jahr kämpfte Vonn schon um ihr Comeback, ehe beim Training in Copper Mountain (USA) am 19. November das nächste Malheur passierte. Wieder riss das Kreuzband im rechten Knie. Dennoch wollte sie trotz dieser Verletzung bis zu den Olympischen Spielen weiterfahren, warf aber kurz danach das Handtuch.

Die zwei Jahre voller Höhen und Tiefen haben auch ihr Privatleben betroffen, denn parallel dazu wurde ihre Beziehung zu Golfstar Tiger Woods bekannt, der sie nach ihrer Verletzung bei der WM aus Salzburg abgeholt hatte.

Wie die Speed-Queen diese Leidenszeit verkraftet hat, wird man frühestens bei den Weltcuprennen in Übersee Ende November sehen. Sie will nichts überstürzen, denn ihr Fokus liegt auf der Heim-WM im Februar 2015 in Vail.

Sie kocht gern und hört Beethoven

Wissenswertes über Lindsey Vonn:

Um voll konzentriert in die Rennen gehen zu können, trinkt Lindsey vor dem Start immer einen „Shot“ ihres Kopfsponsors.

Lindsey ist das älteste von fünf Kildow-Kindern. Ihre Geschwister heißen Reed, Dyllon, Karen und Laura. Sie sieht sich als „Mama“ ihrer Geschwister, um die sie sich kümmert. Daher gehören die Familie und das Tennisspielen zu den Dingen, die sie am meisten liebt.

Wann immer es die Zeit erlaubt, kocht Vonn selbst. Am besten kann sie Curryhuhn. Ihre Lieblingsspeisen sind Kaiserschmarren, Huhn, Lachs und viel Gemüse. Nie auf ihrem Teller zu finden sind Sardinen, Oliven und Gurken: „Das hasse ich.“

Nicht vorbei kommt die „Naschkatze Lindsey“ an Schokolade.

Keine Zeit verschwendet Vonn mit Putzen und Bügeln: „Ich wohne in Vail in einem Resort, wo das alles vom Personal erledigt wird.“

In ihrem Winterquartier in Österreich muss sie doch manchmal selbst Hand anlegen. Dabei hasst sie nur eines: „Klo-Putzen.“

Um immer gut auszusehen, gibt sie pro Jahr 600 Euro für Kosmetika aus. Die gleiche Summe investiert sie in Parfums. Für Kosmetika gibt sie nur deshalb so wenig aus, weil „ich so viel geschenkt bekomme“.

Eine Vorliebe hat sie für Schuhe. Zumindest hundert Paar nennt sie ihr Eigen. Zwei Drittel davon sind High Heels.

Auch für Handtaschen hat sie ein Faible. 50 Stück, von ganz groß bis klein, liegen zu Hause. Obwohl sehr groß, ist der begehbare Schrank bei Vonn voll. Sie gibt viel Geld für Kleider aus, bekommt aber auch Designerklamotten en masse geschenkt.

Dass sie ein Glückskind ist, bewies sie bei ihrer ersten Runde Golf. Lindsey erzielte gleich ein Hole-in-One. Trotzdem bleiben Tennis und Football ihre Lieblingssportarten neben dem Skifahren.

Sie schaut sich, wenn möglich, jedes Herren-Skirennen im TV an.

Im Sommer trainiert sie täglich vier bis fünf Stunden.

Zum Relaxen sitzt Lindsey gerne im Kino, schaut sich Action-Filme und Dramen an.

In Sachen Musik hat sie eine klare Vorliebe: Rapp und im Klassikbereich Beethoven.

Als ihre Lieblingsschauspieler bezeichnet sie Christian Bale und Garret Dillahunt. Ihr Lieblingssänger: Rapper Lil Wayne.

Klar vor Augen hat Vonn auch ihre eigene familiäre Zukunft. Drei Kinder sollen es fix werden, maximal vier dürfen es sein.

Da sie Kälte hasst, will sie nach der Karriere dort leben, wo es keinen Schnee gibt.

Fix ist für sie auch, dass sie mit ihren Kindern viel Zeit in Österreich verbringen wird. Österreich wählte sie als zweite Heimat, weil bei uns der Skisport die Nummer eins ist. Ein weiterer Grund ist die Anteilnahme der Menschen an ihrem Leben, die Gefühle, die sie ihr entgegen bringen.

Wohnte sie früher in Kirchberg, übersiedelte sie dann nach Zell am See, jetzt logiert sie im Winter in Zwieselstein im Ötztal.

Berufswunsch nach der Karriere verständlich: aus Spaß bei einem TV-Sender arbeiten. Daher versteht sie sich auch gut mit Journalisten: „Ich muss ihnen immer Storys liefern.“

Bis zur WM in ihrem Heimatort Vail im Februar 2015 wird Lindsey Vonn das sicher tun.

Hans Adrowitzer

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