Die Ruhe vor dem Sturm

Redaktionskolumne

Gerade hat das neue (Arbeits-)Jahr begonnen, und es ist augenscheinlich, dass einige geruhsame Tage Winterurlaub hinter uns liegen. Jeder gibt sich erholt und entspannt, Freundlichkeiten werden ausgetauscht, selbst die Bürohunde traben ruhigeren Schrittes von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, um die besten Leckerlis abzustauben. Die Telefone klingeln im angenehmen Ausmaß, die Termine sind überschaubar.

Klingt wunderbar, wäre da nicht das unbestimmte Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt. Irgendetwas scheint nicht richtig zu sein, fühlt sich nicht richtig an. Und sogleich wird klar, was wir so schmerzlich vermissen: die gewohnte Hektik, das Bienensummen, die läutende Telefone, die überquellende Posteingänge, die knappen, fast schon harschen Antworten der gestressten Kollegen und schließlich auch das erfüllende Gefühl nach so einem Arbeitstag, etwas geleistet zu haben.

Doch noch bleibt etwas Zeit übrig, um gute Vorsätze zu fassen – und sich einzubilden, diese auch umzusetzen. Und, bei aller Liebe zur Schnelligkeit, zu einer gewissen Hektik und zum Tun, nehme ich mir vor, gelassener zu sein. Gelassen auf die Herausforderungen des Alltags zu reagieren, gelassen auf gewisse Fragen und Anfragen zu antworten und gelassen dem Stress ins Gesicht zu lachen. Mein Motto 2017: Gelassenheit siegt! Keine Chance dem Stress!

Leicht, solche Vorsätze zu schmieden, wenn die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm herrscht; tief im Innersten wissen wir aber wohl alle, wie schnell sie sich in Schall und Rauch auflösen. Aber dennoch – für ein paar Minuten darf man wohl noch träumen. Der Alltag und mit ihm Sturm, Stress und Hektik wecken uns sicherlich zeitig wieder auf.

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