Küche

Die Digitalisierung der Küche

Die Küche wird zunehmend zur repräsentativen Wohlfühlzone, die mit dem Wohnraum verschmilzt und mit viel Technik ausgestattet wird. Neue Trends, Features und Spielereien.
Ein Artikel von René Herndl.

Die digitale Welt erobert zunehmend auch die Küche. Technische Spielereien, digitale Geräte und Steuerung der Haustechnik sind der letzte Schrei in modernen Küchen. Versenkbare Steckdosen oder Arbeitsplatten-Dunstabzüge gehören da schon zur Normalität.

Die adäquate Technik ist mindestens genauso wichtig wie die Optik der Küche, weshalb möglichst viele Geräte, soweit möglich, verbaut und damit weitgehend unsichtbar sind: Die Kaffeemaschine, der Eiswürfelautomat und der Weinkühlschrank (natürlich mit mehreren Temperaturzonen) gehören heutzutage einfach dazu. Und wenn man sich’s leisten kann, dann kommt auch jenes Gerät in die Küche, das sowohl schockfrosten, vakuumieren als auch garen kann.

Vielfältige Technik
Der letzte Schrei bei schonender Zubereitung von Speisen ist der Dampfgarer mit Sous-Vide-Funktion, in dem vor allem Fleisch auf besonders schonende und schmackhafte Weise zubereitet werden kann. Der Teppan-Yaki-Grill ist dann noch eine Draufgabe, die nur mehr von einer in der Arbeitsplatte integrierten Haustechniksteuerung übertroffen wird. So wird die Küche zur Schaltzentrale für den ganzen Haushalt, von der aus Jalousien und Heizung, Klimatisierung und sogar das Licht gesteuert werden kann. Für Technikfreaks gibt’s dann noch die Fernsteuerung über das Smartphone, damit man auch von außerhalb Temperatur oder Beschattung regeln kann.

Neben diesen qualitativ hochwertigen Features kann man die Küche auch noch mit Zusatz“geräten“ ausstatten, die das Kochen zwar nicht leichter machen, die jedoch dem Zeitgeist entsprechen. Egal ob es der Kochlöffel ist, der die Temperatur des Gekochten anzeigt oder eine Pizzaschere, ein „Eierknacker“, der Eiweiß und Eigelb mechanisch voneinander trennt, der schnittfeste Küchenhandschuh für den ungeschickten Koch, das Fleischthermometer gegen das Verbruzzeln des Steaks oder der Wasserkocher mit Timer und Wassertemperaturregler, der schon heißes Wasser produziert, wenn man sich noch ein letztes Mal im Bett umdreht – teilweise skurril, aber eben zeitgemäß. Jetzt müsste man nur noch kochen können.

Visueller Eindruck
Aber auch der visuelle Eindruck muss stimmen. Die Küche wird neben ihren Funktionen zunehmend ein Ort der Selbstdarstellung, der seine nicht bescheidenen Anschaffungskosten mit einer luxuriösen Materialschlacht und mit aufwändiger Technik rechtfertigt. Das Angebot wird immer breiter und auch aufgrund des größeren Platzbedarfs der Küche und den nicht immer allzu großen Wohnräumen wird auch hinsichtlich Materialien ein enormer Aufwand betrieben. So gelingt es, Wohn- und Küchenzone auch optisch und im Design miteinander zu verbinden. Die Küchenerzeuger und Ausstatter fahren oft schwere Geschütze auf, um sich optisch und haptisch von der Konkurrenz abzuheben, egal ob es sich um Naturstein, Marmor, Altholz, Glas, Stahl, Keramik handelt. Die Regel lautet: Je charakteristischer und effektvoller die Maserungen und Farben, desto besser. Das Monument der Kochinsel wird zum Statement des Zeitgeists, zur kulinarischen Bühne des qualitativen Wohnanspruchs. Individualismus ist das Credo der Küchendesigner – schöne neue Küchenwelt!

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Mit dem Thermokochlöffel kann die Temperatur genauestens bestimmt werden. Der Löffelaufsatz kann auch abgenommen werden – Garpunktmesser in einem!

Foto: WMF
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Der Xperia Projector von Sony Mobile ist mit einem Android-Betriebssystem ausgerüstet. Die Arbeitsplatte wird zum Touchscreen.

Foto: Sony Mobile
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Der Wasserkocher Vera von Bugatti Casa besticht durch sein edles Design. Timer-Funktion und variable Temperatureinstellung machen ihn zum HighTech-Gerät.

Foto: Bugatti Casa

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