cathy

Der erste Schritt zur Integration ist Kommunikation

Am 4. Mai wurde im Casino Klessheim die Miss Integration 2015 gekürt. Als Siegerin ging die Kenianerin Cathy Kagiri hervor.

Cathy, seit 4. Mai bist du unsere Miss Integration 2015. Was war dein erster Gedanke, als du das Ergebnis erfahren hast?

Das war ein unglaubliches Gefühl, ich hab es nicht geglaubt, als mein Name aufgerufen worden ist. Ich hatte echt Tränen in den Augen, aber das ist etwas wirklich Schönes. Jeder, der teilnimmt, möchte natürlich am Ende gerne gewinnen. Es hat so viel Spaß gemacht, und dass ich dann auch noch gewinne – das war wirklich cool!

Was bedeutet dieser Titel für dich?

Das ist ein sehr wichtiger Titel, und ich fühle mich wirklich geehrt, denn Integration ist für mich ganz wichtig, dass man sich anpasst, wenn man in eine Gesellschaft kommt. Der erste Schritt zur Integration ist Kommunikation, dass man mit den Menschen kommunizieren kann, dass man mit den Menschen etwas unternimmt. Und dass man auch einmal in ein Dirndl schlüpft. Ich versuche, mich hier zu integrieren, deswegen fühle ich mich wirklich geehrt, diesen Titel zu tragen.

Welche Aufgaben nimmst du als Miss Integration wahr?

Es gibt kleine Verpflichtungen. Zum Beispiel spielen wir in fünf Städten in Österreich die Integrations-Fußball WM. Da ist es schon meine „Pflicht“, anwesend zu sein, damit die Spieler mich auch kennen lernen. Die meisten kennen mich noch nicht, es ist also schon wichtig, dass ich dabei bin, wenn dann Fußball gespielt wird. Dass ich mich präsentiere als die neue Miss Integration.

Du sprichst ausgesprochen gut Deutsch. Wie lange lernst du die Sprache schon, bzw. wo hast du sie gelernt?

Ich spreche seit insgesamt sechs Jahren Deutsch, ich war ein Jahr in Deutschland und habe als Au Pair-Mädchen gearbeitet. Es hat mir sehr geholfen, dass ich dort eine offene Familie gefunden habe, Kinder, die noch klein waren, und ich habe quasi mit denen gelernt. Deswegen ist mir das nicht schwer gefallen. Ich hatte allerdings auch nie die Angst, Fehler zu machen. Ich habe einfach los geplaudert. In Kenia habe ich das niedrigste Niveau (A1) gemacht, das ist Voraussetzung, damit ich mich überhaupt verständigen kann.

Seit wann lebst du nun in Salzburg? Warum Salzburg?

Nach Salzburg bin ich eigentlich zum Studieren gekommen. Nachdem mein Jahr in Deutschland vorbei war, habe ich mir überlegt, was ich gerne machen möchte – und es war immer schon mein Wunsch zu studieren. In Deutschland wäre es ein bisschen komplizierter gewesen, deswegen habe ich überlegt, in Österreich oder in der Schweiz zu studieren. Ich bin zunächst aber wieder als Au Pair zu einer Familie in Salzburg gekommen, das ist immer am leichtesten. Diese Familie hat mich sehr unterstützt und mir wichtige Informationen gegeben. Und nach sechs Monaten hat es dann geklappt mit dem Studieren. Jetzt studiere ich seit 2001 Geschichte und bin bald fertig.

Deine Heimat ist Kenia. Was vermisst du am meisten?

Erstens meine Familie, klar. Und auch das Essen und ein wenig die Einstellung der Menschen, die Freundlichkeit der Menschen. Das vermisst manchmal, wenn man hier ist und nicht so gleichberechtigt behandelt wird. Dann vermisst man schon seine Heimat.

Doris Thallinger

Cathy Kagiri, geboren 1990 in Nairobi, Kenia, kam vor fünf Jahren nach Österreich, um zu studieren. Als Au Pair-Mädchen fasste sie Fuß in Salzburg. Heute ist die schöne Kenianerin fast fertig mit ihrem Geschichte – Studium an der Universität Salzburg – und außerdem die frisch gekrönte Miss Integration sowie unser Cover-Model der SALZBURGERIN. Für Cathys titeltaugliches Make-up und Haare sorgte Evelyn Karbach vom Team Mario Krankl. Die 24-Jährige wurde Newcomerin des Jahres 2015 bei den Austrian Hairdressing Awards und hat mit ihrer allerersten Kollektion bereits die begehrte Trophäe für das Team Mario Krankl (Judengasse 11 in Salzburg) gewonnen.

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