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Castello di Tornano – wo Stars genießen

Sightseeing, kulturelle Events, Kulinarik, Baden, Meer, Therme, Shopping, Natur… Wer in die Toskana fährt, hat die Qual der Wahl. Ein Urlaub in diesem, von so manchem als schönste Gegend Italiens gepriesenem Gebiet, hat einen besonderen Reiz im Herbst. Denn, wenn die größte Hitze verflogen ist und das Ausbleiben der großen Touristenmassen Land und Leute etwas zur Ruhe kommen lässt, bekommt man gerne die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und die Toskanische Seele umso besser kennenzulernen. „Agriturismo“ Unterkünfte zu besuchen, ist gerade im Herbst ein echtes Erlebnis. Ein solches Domizil wird auch von vielen internationalen Stars besonders geschätzt… Wir waren für DIE SALZBURGERIN vor Ort!
Ein Artikel von Andrea Eder

IMG_9841Hallo! Ciao! Willkommen auf dem Castello di Tornano!, werden wir von Ferdinando begrüßt. Nachdem wir nach einer etwa 5-minütigen Fahrt über eine extrem unebene, mit Schlaglöchern versehene Schotter-Forststraße bergauf gefahren sind und dabei unseren Wagen in eine veritable Staubwolke eingehüllt haben, war uns schon klar, dass dieser Urlaub eines bestimmt nicht wird: gewöhnlich.

Unser erklärtes Ziel war, ein Hotel zu finden, das uns neben einer guten Übernachtungsmöglichkeit in einer typisch toskanischen Umgebung auch die Möglichkeit bietet, den hauseigenen Weinbau, die Olivenölproduktion und die Küche kennenzulernen. Entschieden haben wir uns für ein Haus im Herzen der Chianti-Gegend: das Castello di Tornano in Gaiole di Chianti.

„Die Toskana liegt nicht in Italien, sondern Italien liegt in der Toskana.“ 

Johann Wolfgang von Goethe

Auf den ersten Blick haben wir gar nicht den Eindruck, bei einem Hotel angekommen zu sein. Nur ein kleines Schild mit dem Verweis „Tornano“ sagt uns, dass wir hier richtig sind. Auch die wirklich katastrophale Anfahrtsstraße lässt keinen klassischen „Hotelcharakter“ spüren.

Was jedoch dann voll zuschlägt, ist Herzlichkeit. Kaum hat man den wirklich gigantischen Anblick der mittelalterlichen Burg verdaut und die Rezeption gefunden, ist man „daheim“. „Daheim“ in einer echten Burg mit eigenem Weinbau und Olivenölmanufaktur… „Daheim“ in echten alten Gemäuern, umgeben von Weinreben und ungebändigter Natur…

„Mein Vater Manfredo Selvolini hat sich in den frühen 70er-Jahren entschieden, sein Leben zu verändern und hier seinen Traum zu verwirklichen: Er wollte an einem wundervollen Ort am Land leben und seinen eigenen Wein und andere Produkte herstellen. Also hat er hier einen großen Bauernhof gegründet, mit vielen Tieren und tollen Produkten. Gleichzeitig hat er damals schon begonnen, Gäste zu beherbergen. 2004 war die Idee da, die Burg zu restaurieren und in ein Hotel umzubauen. Zuvor war die Burg unser Privathaus – das Gebäude liegt uns also sehr am Herzen“, erzählt Fabiola Selvolini, die das heutige Hotel gemeinsam mit Schwester Patrizia betreibt.

„Die Schönheiten der italienischen Natur wollen weilend genossen sein, nicht im Wandel,

sondern aus dem Rahmen von Palästen und Kunstgärten, träumend und erschöpfend.“

Carl Spitteler

Jedes Zimmer hier trägt den Namen einer berühmten historischen Persönlichkeit. Unser Zimmer heißt „Caterina de Medici“. Auf dem Zimmer erwartet uns ein Wein aus Eigenanbau und gleich für den nächsten Tag haben wir einen Termin mit Küchenchefin Anna Bacco für einen italienischen Kochkurs.

„Dio ci manda il cibo, il diavolo i cuochi“.

(Gott gibt uns das Essen, der Teufel die Köche.)

Italienische Redensart

Köchin Anna lebt und liebt ihr Handwerk. Die leidenschaftliche Italienerin ist eine kühne Dirigentin ihrer Küche. Wer von ihr einen Crashkurs in toskanischer Küche haben möchte, muss eifrig sein. Das von ihr vorgegebene Menü – Ravioli mit Spinat und Ei in Salbeibutter und als Dessert die klassischen „Cantucci“ – wird äußerst zackig durchgezogen. Wer hier keine Grundkenntnisse aus der Küche mitbringt, ist hoffnungslos verloren – wer mit Energie dabei ist, wird jedoch belohnt: Mit viel Herzlichkeit erzählt Anna ihren Schülern Weisheiten aus der Küche und teilt bereitwillig ihre Lieblingsrezepte. (Diese Rezepte unbedingt nachkochen – sie sind einfach und eine Delikatesse!)

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„Il vino scioglie la lingua ed apre i cuori.“

(Der Wein löst die Zunge und öffnet die Herzen.)

Italienische Redensart

Am nächsten Tag besuchen wir Marcello Burgio, den Winzer des Hauses. „Unsere Winzerei ist klein, aber sehr speziell, besonders unseren Riserva sollte man kennen!“, erzählt der leidenschaftliche Weinbauer und empfiehlt gleichzeitig den heurigen Jahrgang zu kaufen, sobald er in den Geschäften steht. „Der heurige Sommer war sehr trocken und die Früchte nicht so zahlreich, aber dafür sehr gehaltvoll – das wird ein besonderer Wein!“ Dieser besondere Wein wird nicht nur von Einheimischen geschätzt. „Zu uns kommen wirklich oft Prominente. Ich denke, sie schätzen den unaufgeregten, bodenständigen Charme des Hotels“, erzählt Fabiola stolz. „Alicia Keys, Ian Gillan, Angelina Jolie, Serginho und viele andere waren schon bei uns zu Gast! DJ Avicii war sogar mit seiner ganzen Crew für 3 Monate hier. Sie haben damals die ganze Burg gemietet und haben hier Songs aufgenommen. Das war wirklich eine aufregende und außergewöhnliche Erfahrung!“

Der Schöpfer hat Italien nach Entwürfen von Michelangelo gemacht.“

Mark Twain

IMG_9693Dass dieses Hotel trotz viel internationaler und prominenter Gäste so bodenständig geblieben ist, und preislich zwar im gehobenen Segment, aber weit entfernt vom unleistbaren Luxusbereich angesiedelt ist, ist der Philosophie der zwei Besitzerinnen zu verdanken. Sie führen hier weniger ein Hotel als ein „Zuhause auf Zeit“. Man spürt, dass hier einst ihr eigenes Zuhause war und so wird die Burg familiär und mit viel Respekt vor den alten Gemäuern geführt.

Als wir fahren, haben wir das Gefühl, Freunde zu verlassen. Das gemeinsame Kochen, die alten Gemäuer, die Winzerei und die vielen Gespräche haben uns einander nähergebracht. „Die Menschen lieben Italien. Die Toskana ist eine wunderschöne Region, die Menschen auf der ganzen Welt kennen – und bekannt ist sie neben der Landschaft für Essen und Trinken. Die Menschen lieben drei Dinge im Leben: Essen, Trinken und Reisen – und wir bieten das alles an einem Fleck!“, meint Fabiola beim Abschied. Hat sie Recht? Ich rate: Überprüfen Sie es selbst!

Nähere Infos unter: www.castelloditornano.it

Cantucci

Zutaten:

4 Eier

200 g Mandeln

250 g Zucker

300 g Mehl

Backpulver

Süßwein

Zucker zum Bestreuen

Anleitung:

2 Eier mit dem Zucker und zwei weiteren Eidotter gut verrühren. Wenn die Masse homogen ist, 1 Sechzehntel Süßwein hinzufügen und gut vermischen. Danach langsam die Mandeln, das Mehl und das Backpulver dazumengen.

Wenn die Masse gut vermischt ist, auf einem Blech dünne lange Laibe richten und gut mit Zucker bestreuen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Laibe bei Umluft 20-25 Minuten backen. Die noch heißen Laibe in Schnitten schneiden. Auskühlen lassen (aber unbedingt warm probieren!).

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Ravioli mit Spinat & Ei gefüllt,

in Salbeibutter geschwenkt

Die Spinatfülle

Zutaten:

400 g Ricotta

200 g Blattspinat

½ große Zwiebel

Olivenöl, Salz, Pfeffer

Parmesan

Muskat

Anleitung:

Zwiebel hacken und mit Olivenöl anrösten. Dann den Spinat dazugeben und mit ein wenig Salz und Pfeffer würzen. Ein paar Minuten rasten lassen und danach cremig rühren.

In einer weiteren Schüssel Ricotta, Salz und Pfeffer mischen. Danach ein Ei und Muskat sowie Parmesan dazureiben. Beide Mischungen zusammenrühren.

Die Pasta

Zutaten:

1 Ei

100 g Mehl

Anleitung:

Mehl und Ei vermischen und sofort in der Nudelmaschine verarbeiten. Pastateig muss zügig verarbeitet werden, da er sonst seine Konsistenz verliert.

Zubereitung der Ravioli:

Eine große Ravioli machen und einen Kranz aus der Fülle hineinspritzen. Inmitten des Kranzes ein Eigelb einlegen. Ravioli schließen und sofort für 2 Minuten in kochendes Wasser geben. Parallel in einer Pfanne Butter schmelzen und zusammen mit Salbei und Parmesan erwärmen. Dies über die abgetropften Ravioli gießen – und genießen!

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