_beitragsbild_hoffmann

Bis einer heult!

Schwimmen, radeln, laufen – bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus. Zwei Brüder auf dem Weg zu ihrem großen Ziel: dem Iron Man.
Ein Artikel von Christine Gnahn
Laufen

Fotos: www.kaindl-hoenig.com

Die Muskeln brennen, der Schweiß rinnt in Bächen, ein Hormoncocktail aus Endorphinen und Adrenalin schießt durch die Blutlaufbahn und verhindert den Gedanken ans Aufgeben. Es gibt nur eines, das in diesem Augenblick zählt, und das ist das Ziel. Gerade noch im Business-Outfit gesteckt, kraulen die Hoffmann-Brüder nun durch das Wasser des Obertrumer Sees, treten in die Pedale und liefern sich ein atemberaubendes Rennen.

„Es ist einfach ein Wahnsinnsgefühl, was der Körper alles leisten kann“, erklärt Richard Hoffmann. Der 30-jährige Salzburger hat sich gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Manfred einer großen Leidenschaft verschrieben: dem Triathlon. Früh morgens, spät abends, an jedem freien Tag und unabhängig vom Wetter treibt es sie hinaus. Jede freie Minute muss genutzt werden – denn von 8 bis 17 Uhr ruft der Job. 40 Stunden arbeiten und sich in der Liga der Triathleten hocharbeiten: Das Ziel, das sich die Hoffmann-Brüder gesteckt haben, ist nicht gerade niedrig.

Zwei Brüder, eine Passion
Alles beginnt mit einem Geburtstagswunsch. Richard, gerade 26 geworden, wünscht sich keine materiellen Präsente von seinem Bruder – sondern gemeinsame Zeit. „Wir sind fünf Jahre auseinander und, obwohl wir uns das Zimmer geteilt haben, hatten wir nie besonders viele Gemeinsamkeiten“, erzählt er. Der eine beginnt zu studieren, der andere zu arbeiten – zwar beide in Salzburg, doch weiterhin gibt es wenig Anknüpfpunkte. Bis Richard die entscheidende Idee kommt: „Wir sollten gemeinsam einen Marathon laufen!“

Zwar ein Halbmarathon, aber immerhin. 21 Kilometer, ohne Pause und möglichst schnell. Richard Hoffmann, von Grund aus sportlich, will seinen damals recht gemütlichen Bruder motivieren. Der ist nicht unbedingt auf Anhieb begeistert, lässt sich jedoch überreden. Gemeinsam gehen die beiden laufen, bei Sonnenschein und bei strömendem Regen. Bis dann der große Tag da ist. „Eine Hammererfahrung“, beschreibt Manfred Hoffmann, „die Stimmung war unglaublich mitreißend.“ Das Blut ist geleckt und das Feuer entfacht.

RadelnBis zum Limit
Seit dem Salzburger Halbmarathon sind Richard und Manfred bereits bei 20 Sportevents erfolgreich angetreten. Die große Vision: der Ironman Hawaii. „Wir haben eine Reportage über den in Hawaii entstandenen Contest gesehen und was die Teilnehmer da leisten. Da war uns klar: Das ist es!“, erzählt Manfred. 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Ein ambitioniertes Ziel.

„Ich habe, seit wir trainieren, 25 Kilogramm abgenommen und mein Lebensstil hat sich komplett gewandelt“, berichtet Manfred. In der Woche kommen die Brüder jeweils auf 20 Kilometer Laufen, 120 Kilometer Radfahren und 4 Kilometer Schwimmen – mehr lässt die Arbeit nicht zu. Mit den Erfolgen bei den Wettkämpfen erreichen die Hoffmann-Brüder auch mehr und mehr Sponsoren. „Noch verdienen wir kein Geld, bekommen aber immerhin einen Teil der nicht ganz günstigen Ausrüstung finanziert.“ Für den Ironman wollen sich die Brüder spätestens 2020 qualifizieren, „aber vielleicht schon 2018, wer weiß.“ Bis dahin heißt es: trainieren, leiden – und für den Traum kämpfen.

Schwimmen

966 total views, 3 views today

Alle Beiträge aus Freizeit & Sport


Facebook Icon