_DSC9936

Baustoff Holz: unverzichtbar und nachhaltig

Holz ist einfach unverzichtbar. Als Baumaterial der ersten Stunde bietet es Schutz und Wärme, hat als ewig nachwachsender Rohstoff aber vor allem den Vorteil, bei vernünftigem Umgang damit ohne Schädigung der Natur nutzbar zu sein. Seine Bearbeitung ist einfach und energiesparend, seine Reparaturfähigkeit hoch. Und seine physikalischen Eigenschaften sind beachtlich: Es isoliert, ist elastisch und dabei extrem belastbar, feuchtigkeitsausgleichend, also auch ein gesunder Baustoff.

Holz als Baustoff ist in den letzten Jahren gegenüber Stahl und Beton ins Hintertreffen geraten, feiert in der letzten Zeit jedoch eine sanfte Renaissance. Und nun soll, neben den klassischen Verwendungsformen, eine neue Technologie den Gebäudebau revolutionieren. CLT, wie diese Technologie heißt, „Cross Laminated
Timber“, also Brettsperrholz, steht für eine Bauweise, die nicht nur in Österreich immer mehr Verbreitung findet. 80 Prozent der Weltproduktion kommt (noch) aus Österreich, wobei einige heimische Holzverarbeiter das internationale Potenzial von CLT erkannt haben. Es wird inzwischen schon heftig exportiert, bis nach Japan oder nach Nordafrika.

Kreuzweise verklebt

Denn die Einsatzmöglichkeiten des Produkts, das aus mindestens drei Lagen kreuzweise, formaldehydfrei verklebter Holzplatten hergestellt wird, sind breit gestreut: Es wird für Gebäude aller Art verwendet. Weil diese Platten nach den Wünschen des Auftraggebers zugeschnitten werden können, exakt vorgesehene Aussparungen für Installationen, Fenster oder Türen inklusive, sind auch die Hersteller von Fertigteilhäusern verstärkt an dieser Technik interessiert. Und der Zusammenbau ist leicht zu bewerkstelligen. Die Massivholzplatten können in bis zu zwölf Lagen unterschiedlich dick gefertigt werden und bis zu 40 Zentimeter dick sein, was sie auch für mehrgeschossige Bauweise geeignet macht. Die verarbeiteten Holzarten sind meist Fichte und Kiefer, selbstverständlich aus nachhaltiger Bewirtschaftung, was gerade hinsichtlich Klimaschutz und Umwelt ein gutes Argument ist. Und die Kosten sind jedenfalls konkurrenzfähig.

Neuartiger Plattenbau

Die CLT-Platten weisen eine enorme statische Belastbarkeit auf und ermöglichen bei Holzbauweise neue architektonische Entwürfe. Zudem eignen sie sich auch für Innen- und Außenwände, für Decken und Dächer. Auch die Problematik der Brennbarkeit haben die Hersteller dank eines relativ hohen Feuchtigkeitsgehalts von etwa zwölf Prozent im Griff. So eignen sich die Platten natürlich auch zur Kombination mit anderen Materialien, mit Glas, mit Stahl oder Beton. Für die Holzplatten spricht auch das vergleichsweise geringe Gewicht, was sich auch auf die Transportkosten günstig auswirkt.

Neue Holz-Schaumstoffe

Dämm-Schaumstoffe setzen sich meist aus petrochemischen Kunststoffen zusammen – und sind damit sicher nicht umweltfreundlich. Abhilfe verspricht ein neuartiges Schaummaterial: Es besteht zu hundert Prozent aus Holz, ist klimafreundlich und problemlos recycelbar. Langfristig könnte der Holzschaum herkömmliche Schaumstoffe ersetzen, sei es bei Wärmedämmungen, Verpackungen oder Leichtbaumaterialien. Das Verfahren, aus Holzpartikeln einen Schaumstoff herzustellen, wurde in Deutschland entwickelt und hat etliche Vorteile: Der leichte Grundwerkstoff ist entweder als Hartschaumplatte oder als elastischer Schaumstoff weiterzuverarbeiten und, genau wie andere Holzwerkstoffe auch, einfach zu sägen oder zu fräsen.

Idealer Baustoff Holz

Der Holzbau hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung (zurück-)gewonnen und die technologische Entwicklung wird, so meinen Fachleute, die Marktanteile weiter wachsen lassen. Einfamilienhäuser werden immer häufiger in Holzbauweise errichtet, auch deshalb, weil die charakteristischen Eigenschaften den Bewohnern in und mit Holz einen besonders gesunden Wohnkomfort garantieren. Die natürliche Wärme des Holzes an Wand, Boden und Decke ergibt in den kalten Jahreszeiten aufgrund hervorragender Dämmwerte eine angenehme Raumtemperatur bei nur sehr geringem Heizbedarf. So ist auch die Tendenz zu Niedrigenergie- und Passivhäusern für den Holzbau geradezu prädestiniert, weil neben Arbeitsaufwand auch Geld zu sparen ist. Holzbau ist außerdem eine trockene Bauweise: keine feuchten Mauern, keine Austrocknungszeiten, keine Schimmelpilzgefahr, er ist sofort komfortabel beziehbar und muss nicht erst „trocken“ gewohnt werden. Holz ist auch als Baustoff „einfach genial“.

Rene Herndl

740 total views, 4 views today

Alle Beiträge aus Wohnen & Design


Facebook Icon