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Autos 2016 Trends und Nischen

Die Automobilbranche präsentiert auch dieses Jahr viele Neuigkeiten, Nischenmodelle und aufgefrischte, bekannte Autos. Jedenfalls aber bleiben SUVs im Trend und die PS-Monster als Technologieträger werden immer exklusiver.   

Unabhängig davon, dass viele Autohersteller zunehmend auf alternative Energie setzen wollen und bei Messen entsprechende Studien als Zukunftsmusik präsentieren, nimmt auch die Hybridisierung weiter zu, was vor allem bei den Großen der Branche festzustellen ist. Daneben gibt es auch die Tendenz zur prestigeträchtigen PS-Protzerei, die sich in supersportlichen Flundern sogar von Massenherstellern materialisiert, sowie den offensichtlichen Umwelt-Zwang zum Downsizing der Hubraum-größen bei gleichzeitiger Turboaufladung. Dies zieht sich quer durch alle Marktsegmente und fast alle Marken, womit das eigentliche Thema, die Neuerscheinungen des Jahres 2016, besprochen werden kann.

Von A wie Alfa bis …

Am Anfang des Automobilalphabets steht Alfa Romeo: Die neue Giulia soll die Marke wieder zu alten Höhen führen, wobei schon vor der Markteinführung mit der Topmotorisierung von 510 PS in einem sehr attraktiven Blechkleid die Erwartungen geschürt werden. Dass später im Jahr auch ein SUV die Modellpalette abrunden soll – das liegt ganz im Trend und spiegelt den Zeitgeist. Bei Aston Martin wird der DB11 einmal mehr Aufsehen erregen, auch weil die Marke als Ikone britischen Sportwagenstils gilt. Daneben verblasst sogar der neue Jahrgang des R8 Spider, der neben vielen anderen Modellen (z.B. dem A5 Coupé) von Audi aufgelegt wird. Dass die Ingolstädter die SUV-Reihe in alle Richtungen erweitern – nach unten mit dem Q1 – oder erneuern, ist ebenfalls dem ungebrochenen
SUV-Boom geschuldet. Die auch zum VW-Konzern
gehörende Luxusmarke Bentley wird mit dem Über-SUV Bentayga die Spitze des Angebots markieren.

Bei den Bayerischen Motoren Werken legt man nach wie vor viel Wert auf Sportlichkeit, was auch der neue 370 PS-Powerzwerg M2, natürlich mit einem Reihensechszylinder, beweist, der schon am Beginn des Jahres eine deutliche Markierung setzt. Danach folgen noch der M4 GTS als Fast-Rennwagen, der 760i als Spitze in der Luxuskategorie sowie gegen Jahresende die Neuauflage des 5ers, der der neuen E-Klasse von Mercedes Paroli bieten wird. Das SUV-Coupé X4 erhält mit dem X4 M40i ein neues Topmodell. Bei den kleinen Spaßmobilen feiert der neugestaltete Mini Cabrio sein Debüt, dem als Konkurrent nur der neue Fiat 124 Spider – auf Basis des Mazda MX5 – als Neuerscheinung entgegengestellt wird. Bei den Italienern wird es auch zu einem Facelift der 500er-Reihe kommen und der Tipo samt darauf folgendem Kombi steht bald neu in den Schaufenstern.

Italienische und andere Sportlichkeit

Weil gerade von Italien die Rede ist: Von hier kommen auch die markantesten Sportler des Jahres neben dem Aston Martin. Ferrari unterzieht den vierradbetriebenen FF einer Auffrischung, Maserati macht ebensolches bei den sportlichen Limousinen und stellt zudem ein SUV vor, das ganz vorne mitfahren soll, den Levante. Und von Lamborghini wird der Huracan als Spider für ein kaufkräftiges Klientel vorgestellt. Ein Facelift erhalten die Symbole deutscher Sportlichkeit, der Porsche 911 Turbo
Coupé und das Porsche 911 Turbo Cabrio sowie die beiden Autos in der S-Version. Die überarbeitete Version des Turbo-Motors leistet 20 PS mehr – also jetzt 540 PS. Der
Turbo S kommt auf 580 PS. Der Panamera als sportlicher Viersitzer wird ebenfalls einer (nicht nur) optischen Kur unterzogen. Und wer es ganz exklusiv will: Die Supersports-car-Manufaktur Fisker stellt einen neuen Topsportler vor: Den Force 1 V10, der auf einer Viper basiert.

Normalität und mehr

Ford, eigentlich eine Marke, die mit automobiler Praktikabilität verbunden wird, bestätigt seinen Ruf mit dem neuen SUV-Modell Edge und dem Facelift des Kuga, legt aber auch in Richtung Power eine ordentliche Portion zu: Der Focus RS mit 350 PS schaut nicht nur ziemlich brachial aus und der GT soll Ende 2016 in der Sportliga an die alten Zeiten des GT40 anschließen. In eine ähnliche Stoßrichtung marschiert auch Honda, wo der NSX eine Legende wiederbelebt, während Lexus mit dem LC 500 eher auf die Mercedes SL-Fahrer zielt – jedenfalls mit bestechenden Linien und Abmessungen. Ja, und bei den Schwaben, da ist eine Offensive an neuen Modellen zu
erwarten, wie schon lange nicht mehr: Die neue E-Klasse soll auch mit neuen Benzin- und Diesel-Motoren als Maßstab seiner Kategorie neue Verkaufsrekorde einfahren, der SLC als Nachfolger des SLK mehr Sportlichkeit signalisieren, der SL runderneuert an den Start gehen, ebenso der offene E, und als Highlight wird die S-Klasse auch als Cabrio angeboten. In seiner Klasse fast konkurrenzlos, wenn man von Bentley oder dem ebenfalls neuen Rolls-Royce Dawn absieht, die aber auch vom Preis her kaum vergleichbar sind.

Östliches, Nischen und eine Auferstehung

Ein starkes Comeback feiert Volvo, wo nach dem XC 90 die nächste fulminante Premiere ansteht: Der Volvo S90 soll sich als Gegner der etablierten Oberklasse wie Audi A6 oder BMW 5er positionieren, wobei Eleganz und noble Inneneinrichtung eher im Focus stehen als üppige Motorisierung. Den ersten Platz bei der Kreation einer neuen Nische belegt Range Rover. Mit dem Evoque Cabrio wird erstmals ein SUV oben ohne auf den Markt gebracht und damit – wie Jaguar mit dem F-Pace-SUV – der Weg der erfolgreichen Neufindung der Marke fortgesetzt.

Starke Signale aus Fernost erreichen zwar nicht immer gleich Europa, aber auch Korea und Japan bringen neue, interessante Modelle: Der Kia Sportage wird als kleines SUV seinen Erfolg prolongieren und der Optima soll als Modell in drei Varianten ein wichtiges Standbein der Koreaner sein. Hyundai hat den kleinen i20 in eine neue gute Form gebracht und am oberen Ende der Angebotspalette wird der Genesis vorerst (leider) nicht in Europa angeboten. Wohl nur eine Frage der Zeit. Der
Nobelableger von Nissan, Infiniti, versucht nun im nächsten Anlauf in Europa stärker präsent zu werden und bietet mit dem Q60 einen potenten Konkurrenten für den BMW 4er und ähnliche Kaliber. Mit starken Benzinmotoren und Hybrid, wie nicht anders zu erwarten. Wie auch bei Mitsubishi. Bei Toyota sollen der RAV4 und der Lexus RX das Gegengewicht zum europäischen Angebot definieren, und Suzuki belässt es 2016 mit einer Neuheit, nämlich dem runderneuerten Baleno.

Spanien, Frankreich etc.

Von Seat ist dieses Jahr vor allem ein Neuauftritt bei kleineren SUVs zu erwarten, wahrscheinlich ähnlich jenem von Skoda, wobei beide als Konzernkonkurrenz für den VW Tiguan zu sehen sind, allerdings auf einer etwas preiswerteren Ebene. Peugeot stellt einen neuen Crossover auf vier Gummis vor, nämlich den 3008er, der sich als technischer Bruder des Opel Meriva lediglich durch die Motorisierung unterscheiden wird. Renault dagegen kämpft mit dem neuen Mégane in der dicht besetzten Kompaktklasse um Marktanteile und leistet sich mit dem Talisman wieder einen Ausflug in gehobene Anspruchsklassen. Schlussendlich noch ein Satz zum krisengeschüttelten VW-Konzern im Jahr 2016: Die Konzentration auf den breiten Pub-
likumsgeschmack durch konsequente Weiterentwicklung bestehender Modelle wird wohl im Zentrum der
Bemühungen stehen, Experimente werden sich auf Derivate beschränken, wie etwa dem Beetle Dune.

Und wer in Europa kein passendes Auto findet, der kann sich ja einen amerikanischen Exoten bestellen, etwa einen imposanten Lincoln Continental mit all jenen Beigaben, die in Übersee als Luxus gelten.

Rene Herndl

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