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Aufgeigt is word’n

Tanzmusik, die „in die Beine fährt“, war das Kriterium für den diesjährigen Volksmusikpreis von Salzburger Nachrichten, Vössing-Stiftung und Salzburger Volksliedwerk. Die Sieger kommen aus der Steiermark.

Aufgeigt wird“ lautete das Motto für den 14. Volksmusik-Wettbewerb, den die Salzburger Nachrichten, die Kurt-und Felicitas-Fössing-Stiftung und das Salzburger Volksliedwerk heuer bereits zum 14. Mal ausgeschrieben haben. Eingeladen waren „Ensembles mit mindestes einer Violine im Team“. Elf Gruppen haben sich einer Jury beim Vorbewerb gestellt, fünf davon wurden für den Hauptbewerb ausgewählt.

Im SN-Saal ging am Donnerstag, dem 15. Mai, der Bewerb über die Bühne. Geboten wurde Volksmusik in bester Qualität und Güte, in der Vielfalt der stilistischen Ausdrucksweise. Im Zentrum stand die Violine und ihr gestalterischer Einsatz in der Volksmusik – vor allem das Tänzerische, Musikantische. Da blieb das Ensemble der Geschwister Sophie (Harfe), Herbert (2. Violine) und Sepperl Wimmer (Harmonika) mit Anna Pichler (1. Geige) und Rainer Fischer (Kontrabass) aus dem Ausseerland ungeschlagen. Schwung, Rhythmus und musikantische Präsentation gingen förmlich in die Beine – wenngleich der Veranstaltungsraum nicht zum Tanzen lud.

Ein Vergleich wie von

Äpfel und Birnen

Die Jury des Abends unter der Leitung von Univ.-Prof. Rudolf Pietsch hatte es dennoch nicht leicht, aus den fünf Ensembles Sieger zu küren. „Das ist, wie wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen soll“, meinte Pietsch,  und Moderator Bertl Göttl verdeutlichte das Problem noch aus den Erwartungen des Publikums: „Da wollen die einen knackige, frische Äpfel, die anderen saftige Birnen und wieder andere eine ältere Apfelsorte mit gereifter Haut.“ Dem Bild entsprachen auch die Musikanten und Gruppen: „D`Krauthügler Aufstreich“ aus vier Mitwirkenden im Salzburger Mozarteumsorchester ließ erstaunen, mit welcher Begeisterung  Berufsmusiker sich dem Volksgut annehmen. Die vier jungen Geschwister Quehenberger aus Berndorf  bei Salzburg  gaben als Gruppe „Z’Viert“ auf Violine, Tenorhorn, diatonischer Harmonika und Gitarre unverfälschte, klassische Volksmusik zum Besten. Das „Trio Unisonus“ begeisterte mit neuen, alten Tönen auf Dudelsack, Kurzhalsvioline und Geige und die drei „Schwarz-Dirndl“ aus dem Mühlviertel spielten auf Harfe, Violine und steirischer Harmonika überaus gefühlvoll und auch tänzerisch. Gerade heraus, wie es im Ausseer Land üblich ist, ohne viel Schnörkel aber mit musikantischem Elan spielte die „ Kreuzsaiten-Musi“- und wurde mit denkbar knappem Punktevorsprung von der Jury zu den Preisträgern 2014 erkoren.

Förderprämie, ORF-Aufnahme

und Amselsingen

Die Mitglieder der Gruppe aus dem Ausseerland durften sich über eine Förderpräme der Kurt-und-Felicitas-Vössing-Stiftung freuen, über große mediale Präsentation, über die Einladung zur Teilnahme am Bischofshofener Amselsingen 2014, über eine Rundfunkaufnahme bei Radio Salzburg und – gleich wie die Geschwister Quehenberger – über ein privates Präsent der Firma Trachten-Stasny. Voll Freude zeigten sich die Mitglieder der „Kreuzsaiten-Musi“. Sophie Wimmer ist begeistert: „Wir haben gestaunt, wie toll die anderen spielen und haben eigentlich gar nicht mehr mit dem Sieg gerechnet. Umso spontaner war unser Hurra bei der Verkündigung des Ergebnisses.“ Harmonikaspieler Josef Wimmer ergänzt: „Aber wir gratulieren allen anderen recht herzlich zu ihrem Spiel“. Das taten im Übrigen auch etliche, die beim Vorbewerb ausgeschieden waren und sich beim eigentlichen Bewerb unter das Publikum  mischten. 

Das Publikum im voll besetzten SN-Saal  zeigte sich sowohl von den Darbietungen der Ensembles als auch vom Juryentscheid angetan. Und Bischofshofens neuer Bürgermeister, Hansjörg Obinger, freut such schon auf das Amselsingen 2014 am 11. Oktober in seiner Gemeinde:  „Die Kreuzsaiten-Musi wird unser Singen bereichern“, ist das neue Gemeindeoberhaupt der Pongauer Stadt überzeugt. Auch der musikalische Leiter des „Amelsingens“, Jurymitglied Alex Maurer, war mit dem Ergebnis zufrieden. Angetan von der Veranstaltung und dem Bewerb zeigte sich auch Volkslied-Expertin Maria Walcher, die als Gast dem Festabend beiwohnte: „Das war eine wundervolle Veranstaltung“ fand sie und bekannte sich wie Jury-Vorsitzender Rudi Pietsch und Jurymitglied Roswitha Meikl, die Vorsitzende des Salzburger Volksliedwerkes, zur Abhaltung derartiger Bewerbe. Erfreut über das Ergebnis zeigte sich auch Jurymitglied und Volksmusikantin Katharina Pföss: „Die Gruppe hat einfach mit ihrer tänzerischen und musikantischen Darbietung überzeugt.“

Ausschreibung alle zwei Jahre

Der ursprünglich von den SN und der Vössing-Stiftung ins Leben gerufene Wettbewerb wird alle zwei Jahre alternierend für Musik und Gesang ausgeschrieben. Mehr als hundert Ensembles haben daran teilgenommen. Der 15. Bewerb im Jahr 2016 wird wieder im Zeichen des Liedgesangs stehen.

Bernhard Strobl

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