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„Alles schaut auf uns“

Ein Electric Love Festival ohne ihn? Kaum auszudenken. Immerhin sorgt seine Eröffnung der ELF-Mainstage jedes Jahr aufs Neue für Überraschungen und Gänsehaut-Feeling: Felice! Noch vor der grandiosen Opening-Show fand der Salzburger DJ, Produzent und Musiker Zeit, mit der SALZBURGERIN zu plaudern.
Ein Artikel von Doris Thallinger

Du bist vom Electric Love nicht mehr wegzudenken. Wie geht’s dir vor der Eröffnung – ist man immer noch nervös?
Ein bisschen angespannt. Es ist jedes Jahr was anderes, es ist nie das Gleiche. Es gibt immer mehr Show-Elemente und viele neue Elemente, die eventuell auch schiefgehen könnten. Doch, da ist man schon nervös.

Foto: Philipp Kratzer

Foto: Philipp Kratzer

Was ist der besondere Reiz, am ELF zu spielen?
Ich bin mit der ganzen Geschichte mitgewachsen. Es hat bei null angefangen und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem international alles auf uns schaut. Und, ich bin Salzburger, ich wohne hier, es ist für mich meine Heimat. Ich kenne hier jeden und irgendwie kennt mich hier auch jeder. Das macht es schon sehr speziell.

Wenn man es hier geschafft hat – hat man es dann generell als DJ und Produzent geschafft?
Nein, das kann man sowieso nie sagen. Wann hat man es denn geschafft als DJ? Also, ich habe schon noch einige Ziele, die ich erreichen möchte.

Welche Ziele sind das?
Ich hätte gerne einen Nummer-1-Hit in Amerika, ich hätte gerne einen Grammy und ich würde gern für einen Hollywoodfilm Musik produzieren, generell Shows produzieren.

Siehst du dich selbst mehr als DJ oder als Produzent? Ist das überhaupt zu trennen?
Was die Filmgeschichte angeht, da geht es ohnehin nur ums Produzieren, aber mittlerweile kannst du auch als DJ ohne Produktionen gar nicht mehr überleben. Du musst ein paar eigene Sachen haben, sonst kommst du nicht weiter. Es gibt einige sehr gute DJs, aber ganz wenige mit internationalen Hits. Das macht halt dann den Unterschied, warum ein Headliner eine halbe Million Euro bekommt – und ich nicht. (lacht)

Foto: Uwe Brandl

Foto: Uwe Brandl

An welchen Projekten arbeitest du gerade?
Ich werde wahrscheinlich im Herbst nach Amerika fliegen und an meinem Album weiterschreiben. Und zwar werde ich nach Nashville und L.A. fliegen und mit Songwritern an eigenen Sachen schreiben. Das sollte dann irgendwann funktionieren. Es ist mein großes Ziel – aber man muss sich große Ziele setzen, damit man irgendwohin kommt. Dieses Ziel ist wirklich sehr groß und aufwändig. Das habe ich auch ein wenig unterschätzt, wenn ich ehrlich bin. Aber man lernt halt ständig dazu.

Wie kann man sich das Leben als DJ und Produzent vorstellen? Wie sieht dein Alltag tatsächlich aus?
Mein Alltag ist eigentlich relativ normal. Ich stehe in der Früh auf, fahre meinen Sohn in den Kindergarten und dann fahr‘ ich ins Studio und arbeite, schreibe Lieder, oder so, wie in den letzten drei Monaten das komplette Opening. Und am Abend fahre ich im besten Fall wieder heim, wenn nicht gerade Electric Love Zeit ist, denn da schlafe ich wenig und bin viel unterwegs. Aber im Prinzip sitze ich viel am Klavier und probier herum.

Das heißt, den Großteil deiner Zeit verbringst du im Studio?
Ja, das sehen die Leute nicht, die glauben, du drückst auf „Play“ und es rennt eine Stunde Musik dahin, dann gehst du heim und hast viel Geld verdient. Aber so einfach ist das nicht. Was dahinter steckt, das unterschätzen viele Leute. Es ist ein ganz normaler Job, wenn nicht noch viel mehr.

Mit viel Herzblut…
Ja, das musst du haben. Alleine von der Zeit her, wenn man sich den Stundenlohn ausrechnen würde, würde das eh nicht funktionieren. Aber man ist halt Künstler, da kann man das so nicht werten. Das habe ich mir ausgesucht, das wollte ich so!

Du bist, soweit ich weiß, Salzburg immer treu geblieben. Wäre es nicht woanders einfacher gewesen, als DJ Fuß zu fassen? Salzburg ist ja nun nicht DAS Pflaster für elektronische Musik…
Ja und nein gleichzeitig. Als ich damit angefangen habe, hat es in Salzburg, oder Österreich, nicht so viele DJs gegeben und somit war der Einstieg vielleicht für mich ein bisschen leichter als es zum Beispiel jetzt ist. Aber international gesehen, ja, da ist Österreich, oder gerade Salzburg, natürlich ein kleiner Fleck auf der Landkarte. Trotzdem, ich mag Salzburg. Ich war schon viel unterwegs, aber daheim ist es doch immer noch irgendwie am schönsten.

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Foto: Felix Baptist

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