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Advent – eine besondere Zeit

Ein Artikel von Maria Riedler
Die Imperius Pass aus St. Johann/Pongau; Foto: Valerie Gesinger

Die Imperius Pass aus St. Johann/Pongau;
Foto: Valerie Gesinger

Wenngleich Weihnachten sich in vielen Geschäften zeitweise sehr hektisch und mit „Last Christmas“ Beschallungen aus dem Radio ankündigt, wird Kultur und gelebtes Brauchtum zur Vorweihnachtszeit im Pongau großgeschrieben. Bereits Ende November öffnen die beliebten Weihnachts- und Christkindlmärkte der Region. „Bei vielen Weihnachtsmärkten ist eine große Anzahl an Verkaufsständen leider wichtiger als Brauchtum. Auf einem traditionellen Adventmarkt muss sich vor allem Speck, Kletzenbrot, Selbstgebasteltes und Christbaumschmuck finden“, kritisiert Hans Strobl, der ehrenamtliche Geschäftsführer der Salzburger Heimatvereine und Pongauer Brauchtumsexperte. „Doch viele Veranstalter bemühen sich zumindest, traditionelles Brauchtum miteinzubeziehen.“

In den finsteren Nächten bis zum 6. Dezember treiben auch furchterregende Gestalten ihr Unwesen im Pongau. Krampusse trifft man nicht nur auf den Weihnachtsmärkten oder bei diversen Krampusumzügen, sondern vielerorts ziehen sie auch noch – gemeinsam mit dem Heiligen Nikolaus – von Haus zu Haus. Schätzungsweise gibt es mittlerweile alleine im Pongau 250-300 unterschiedliche „Passe“. „Im Pongau beobachte ich gerade bei älteren Krampusläufern wieder eine erfreuliche Rückbesinnung auf die traditionell üblichen Gewänder und aufwendig geschnitzten Holzmasken und Hörner“, so Strobl. „Mein persönlicher Favorit im authentischen Brauchtum ist das Anglöckeln.“ In vielen Pongauer Orten wird dies privat von Menschen organisiert, die gerne zusammen singen. Oft findet das auch nur in kleinerem Rahmen statt, unter Nachbarn und Bekannten. Die Anglöckler ziehen an den Donnerstagen im Advent von Haus zu Haus und singen dabei Adventlieder, wünschen Glück und Segen und kündigen damit auch die Geburt von Jesus Christus an. Dabei erhalten sie oft kleine Gaben oder werden bewirtet. Ursprünglich entstand dieser Brauch, weil im Winter schlecht Verdienende umherzogen, die so nützliche Dinge bekamen. „Diese Herbergsuche wird mittlerweile immer häufiger veranstaltet“, freut sich Strobl.

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