Achtung, Nebenwirkungen!

kolumne andrea hammerer

Ich hätte da ein hochwirksames Antidepressivum für Sie, das nicht verschreibungspflichtig ist und heimlich von sehr vielen von uns eingenommen wird. Kein Wunder, es nimmt einem die sozialen Ängste in Gesellschaft, macht redselig, entspannt nach einem harten Arbeitstag und erspart uns schwierige Gespräche, die wir vermeiden wollen. Die Nebenwirkungen sind bloß eine erhöhte, meist unkontrollierbare Aggressivität, man kommt bald mit der Anfangsdosis nicht mehr aus und spürt die Wirkung vor allem auf die Umgebung und den Partner selber nicht mehr. Die Kontrolle geht verloren, man wird mitunter schnell abhängig, der nächste Tag ist eine Katastrophe, manche versinken tagelang in einem Ausnahmezustand und was wirklich bedenklich ist: es verändert nachhaltig die Persönlichkeit und der soziale Abstieg ist vorprogrammiert, auch wenn das Problem vor keiner noch so hohen sozialen Schicht Halt macht: Bildung ist kein Schutzschild. Man belügt die Umgebung, vor allem aber sich selber. Mit 60 sind manche bereits ein Pflegefall, der ins Bett pinkelt. Die Vorbildwirkung für unsere Kinder ist nachhaltig und wenn sie uns noch so verabscheuen, sie werden oft selber dazu greifen. Frauen meist unheimlich heimlich, Männer schamlos offen. Na, klingelt‘s? Es ist der Alkohol. Würde ihn uns ein Arzt verschreiben, würden wir o.g. Antworten bekommen, wie er wirkt – und ihn ablehnen. Er ist kein Medikament, er ist eine Krankheit, die ganze Familien zerstört. Es ist nie zu spät, über Alternativen wirklicher Hilfe für Betroffene nachzudenken. Santé! Prost

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