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7 Sitze – zwischen Familie und Fahrspaß

Eine Familie braucht Platz. Auch im Auto. Dennoch sollte der fahrbare Untersatz nicht nur als Transportmittel dienen, oder? Ein wenig Spaß wäre auch ganz nett. Aber – welches Auto vereinigt Familientauglichkeit mit Fahrspaß, Raumangebot mit Stil? Die Lösung ist ein 7-Sitzer, meistens wenigstens.
Ein Artikel von René Herndl

Wer mehr als zwei Kinder hat, vielleicht dann noch auf Urlaub fahren, eventuell noch jemanden zusätzlich im Auto mitnehmen möchte, braucht einen Kleinbus. Möchte man meinen. Falsch. Es gibt auch durchaus attraktive Autos, die ent-weder fix sieben Sitze haben oder als Ausstattungsoption zwei zusätzliche Sitze bieten.

Foto: Hersteller

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In den letzten Jahren erleben solche 7-Sitzer-PKWs einen kleinen Boom. Etliche Autohersteller haben auf die steigende Nachfrage reagiert und eine erstaunlich große Zahl von Modellen mit – optionaler – dritter Sitzreihe auf den Markt gebracht. Die biederen Varianten findet man bei den so genannten Hochdachkombis, die sich in Form und technischen Details oft von PKW-Lieferautos ableiten, siehe z.B. Citroën Berlingo, Fiat Dobló oder Renault Grand Kangoo. Auch in Vans und Kompaktvans werden zusätzliche Sitze angeboten, wobei bei Hochdachkombis und Vans einige Modelle mit den praktischen Schiebetüren zu finden sind, die das Einsteigen zur dritten Sitzreihe erleichtern. Aber auch immer mehr kompakte SUVs und Oberklasse-SUVs sind mit 7 Sitzen lieferbar. Und die Hersteller haben sich für das Auf- und Umklappen der einzelnen Sitze bzw. Sitz-reihen technisch raffinierte und komfortable Falt- und Klappsysteme einfallen lassen, die ohne großen Kraftaufwand wieder zur ebenen Ladefläche werden.

Zusatz-Sitze und/oder Ladevolumen

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Manche jener Modelle, die mit üppigem Innenraum und großem Ladevolumen brillieren, verstecken im Boden des Kofferraums eine dritte Sitzreihe, in der Regel mit zwei (Klapp-) Einzelsitzen, die bei Gebrauch dann allerdings den Stauraum deutlich mindern. Das größte Angebot an Siebensitzern bietet das Van-Segment, in dem die schiere Fahrzeuggröße keine wirkliche Rolle spielt, weil schon kompakte Ausführungen für mehr Insassen ausgelegt sind. Beispiele dafür in unterschiedlichen Preisklassen sind etwa der BMW Gran Tourer, der Ford Grand C-Max, der Kia Carens oder der VW Touran, wobei der Dacia Lodgy der wohl preisgünstigste seiner Art ist. Kompakte Vans, die auf einer vergleichsweise geringen Länge von rund 4,5 Metern viel Raum unterbringen, der sich zudem ausgesprochen variabel an die verschiedensten Bedürfnisse anpassen lässt, sind die praktischen, familienfreundlichsten Autos. Staufächer und Ablagen an allen Sitzplätzen, eine dritte Sitzreihe oder Klapptische an den Rückseiten der Vordersitze zeigen, dass die Bedürfnisse von Familien hier wirklich im Mittelpunkt stehen, genauso wie bei den großen Vans wie dem Seat Alhambra, dem VW Sharan, dem Renault Espace oder dem exotischen Ssangyong Rodius.

Bei manchen kompakten Vans, Kompakt-SUVs und Hochdachkombis sind es oft spezielle, längere Versionen der Fahrzeuge, die mit einer dritten Sitzreihe lieferbar sind. Beispiele sind etwa der Qashqai+2 von Nissan, der Grand Scénic von Renault, der VW Tiguan Allspace, der Skoda Kodiaq oder der verlängerte Grand C-Max von Ford, während bei den großen SUVs bestenfalls ein Kürzel am Heck darauf hindeutet, dass eventuell mehr Platz als normal geboten wird. Aber die Luxus-Klasse wie der Audi Q7, der BMW X5, der Mercedes GL oder der Landrover Discovery haben schon von vornherein so viel Volumen, dass eine zusätzliche Sitzreihe nicht ins Gewicht fällt – wenn man sie vielleicht einmal braucht.

Optik und Dynamik

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Wer seinen 7-Sitzer mit optischer Dynamik aufpeppen möchte, der findet in den Ausstattungslisten sehr viele Möglichkeiten einer Verschönerung oder Komfortaufbesserung. Aber auch hinsichtlich technischer Dynamisierung ist bei manchen Modellen vieles möglich – wie man auch beim BMW Gran Tourer konstatieren kann, der in einer Sport-Variante lieferbar ist, samt Sportfahrwerk und Aktivlenkung. Dass in den teuren Klassen auch entsprechende Motorisierungen und Fahrleistungen möglich sind, ist wohl selbstverständlich – alles nur eine Frage des Preises. Sogar einen Hardcore-SUV wie den Toyota Land Cruiser kann man mit 7 Sitzen ordern und der Tesla X darf als momentan größte Elektro-Variante ebenfalls sieben Passagiere befördern.   

Zum Schluss noch ein Hinweis: Es muss bei einem Siebensitzer nicht immer ein Van oder SUV sein. Auch Kombis sind mit dieser Ausstattung erhältlich – wenngleich die Auswahl hier eher begrenzt ist, und wer noch mehr Platz braucht oder möchte, der muss sich bei den Kleinbussen umsehen.


Land Rover Discovery Sport: Tugend ohne Not

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Land Rover Discovery Sport im Test – viel Platz, variabel, vielseitig, ein Auto für alle Gelegenheiten! So etwa könnte man den kleineren und schnittigeren Sport-Discovery nennen. Zierlich ist er nicht zu nennen, aber verglichen mit den anderen Modellen der Marke Land Rover wirkt er zumindest relativ schlank. Aber – er bietet bis zu sieben Sitze, wobei die letzte Reihe zwar wie Notsitze ausschauen und auch so handzuhaben sind, nämlich ausklappbar aus dem Kofferraumboden, aber eindeutig bequemer als nur zur Not. Allerdings kosten sie ein bisserl zusätzlich. Wenn man sie nützen will, dann schrumpft zwar der Koffer-raum, der an sich mit einem Fassungsvolumen von fast 1.000 Litern wirklich großzügig bemessen ist. Und auch bei der Zuladung bietet der Disco Sport außergewöhnlich viel, nämlich mehr als 700 kg! Da kann man dann auch getrost noch zwei Passagiere mehr transportieren, falls nötig.

Kann alles, hat alles

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Neben dem riesigen Innenraum zeigt sich der auch fürs unwegsame Gelände taugliche Land Rover in allen Lebenslagen als nahezu ideales Gefährt. Die Rundumsicht, der Komfort und das Fahrgefühl erzeugen bei den Insassen den Eindruck, privilegiert zu sein. Und das alles trotz stilsicherem und zurückhaltendem Design, das samt feinem Ambiente für eine Wohlfühl-Atmosphäre sorgt, die jede automobile Aufdringlichkeit von sich weist.

Die Motorisierung? Der Ingenium-Diesel mit zwei Liter Hubraum aus vier Zylindern stemmt maximal 430 Newtonmeter (Nm) Drehmoment an die vier Räder und leistet 180 PS, die den Sport in 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Und die Höchst-geschwindigkeit von knapp 200 km/h reicht allemal für flottes Fortkommen, auch auf langen Strecken sehr angenehm. Und im Notfall kann man den Disco auch durch 60 cm tiefes Wasser jagen, samt Großfamilie.

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