40 Tage nach Weihnachten

Redaktionskolumne

Dass diese ominösen 40 Tage im Christentum immer wieder eine Rolle spielen, weiß jeder, der sich Anfang des Jahres mit dem Kalender, bzw. den erwarteten Feiertagen des Jahres auseinandersetzt. Richtig, 40 Tage nach Aschermittwoch ist Ostern, 40 Tage nach Ostern ist Christi Himmelfahrt.

Wer aber weiß, dass Mariä Lichtmess genau 40 Tage nach Weihnachten stattfindet? Sie müssen nun nicht die Kalender der vergangenen Jahre zu Rate ziehen – glauben Sie mir: Weihnachten ist IMMER am 24. Dezember und Mariä Lichtmess ist IMMER am 2. Februar. Da aber leider kein gesetzlicher Feiertag, geht Mariä Lichtmess Jahr für Jahr ein wenig unter. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn zu diesem Datum gibt es einiges Wissenswertes. An vorderster Stelle natürlich der christliche Aspekt. 40 Tage (ja, da sind sie wieder) nach der Geburt eines Sohnes, galt die Mutter wieder als rein, sprich, sie durfte einem Tempelpriester ihr Reinigungsopfer darbringen. Zudem gilt Mariä Lichtmess als das Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, in anderen Worten: Jesus wurde als Sohn Gottes im Tempel übergeben.

Im bäuerlichen Brauchtum war der 2. Februar der Stichtag, an dem sich entschied, welches Personal auch das kommende Arbeitsjahr im Hause bleiben würde und wer sich auf Wanderschaft begeben müsse.

Für uns heutzutage besteht eine eigenartige Assoziation zwischen Mariä Lichtmess und Ikea: Traditionsgemäß werden nun die letzten Weihnachtssachen verräumt, und die allerletzten Christbäume landen, samt ihrer trockenen Nadeln, auf dem Müll. Oder, wie wir aus der Ikea-Werbung wissen, fliegen sie aus Fenstern und von Balkonen. Ein amüsanter Brauch, den eine Salzburger Institution an ihrem Medienfest am 2. Februar aufgegriffen hat: Als Überraschungs-Programmpunkt durften die Gäste Christbäume von der Terrasse im 5.(!) Stock schleudern. Unvergesslich!

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